Stadtbummel Solothurn
Prozentual gesehen, ist der Sommer top!

Wolfgang Wagmann
Wolfgang Wagmann
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Da half bei einigen wohl nur noch Hochprozentiges.

Da half bei einigen wohl nur noch Hochprozentiges.

Hanspeter Bärtschi

70 Prozent – das ist in Solothurn derzeit die magische Zahl. So viel Rabatt gibts auf Klamotten bei OVS in der Hauptgasse West (in Konkurs) und bei der vorübergehend wiedereröffneten Biba-Filiale in der Hauptgasse Ost (schon seit Weihnachten in Konkurs). 70 Prozent! Dabei kosten Klamotten schon regulär fast nichts. Kamikaze-Mode sozusagen. Dumm nur, dass es noch andere Textiler in town gibt, die ihren Stoff loswerden wollen. Sie versuchen das aktuell mit 50 Prozent. Gibt es sie eigentlich noch, im knallharten Kleider-Kosmos – die 100 Prozent?

100 Prozent haben sie gegeben die Public-Viewing-Macher unten am Dornacherplatz und oben bei der Reithalle. Nun macht ihnen eine Mannschaft, die vielleicht gerade mal 50 Prozent ihres Potenzials abgerufen hat, einen Strich durch die Rechnung. Ein Viertelfinal am Samstag hätte wohl die Gesamtbilanz um 20 Prozent aufpoliert. Denn es wäre der fünfte Schweizer Match gewesen. Doch was spricht eigentlich gegen einen lauschigen Fussballabend heute im «Dome» oder hinter der Reithalle? Wir werden uns garantiert nicht mit dem Zählen von Drohnen und Mauerseglern hoch über uns langweilen wie noch am Dienstag. Wir erwarten 100 Prozent Spektakel, bei Brasilien – Belgien! Und garantiert eine hundertprozentige Show mit Ney-aber-auuuh-mar!

50 Cent heisst ein Rapper – der aber hier und jetzt gar nichts zur Sache tut. Zehnmal 50 Cent macht einen Fünfliber. So viel drückte uns der Vater in die Hand, wenn es am Stalden bei Dr. Ott oder so ähnlich ans Zähneziehen ging. Das war vor gut 55 Jahren. Lachgasrüssel über die Nase gestülpt, Wegdämmern. Hauruck, zackzack! Und raus war der Milchzahn. Pech, wenn es – wie tatsächlich passiert – schon ein zweiter Zahn war. Doch für den Fünfliber – ein Sozialtarif? – wäre eine Voruntersuchung mit Röntgen und Pipapo wohl ein bisschen viel gewesen. Heute ist das alles dabei, dafür Lachgas nicht mehr. Das Ganze nennt sich nun vornehm «Extraktion». Und kostet mit demselben Resultat – ein zweiter Zahn ist perdu – 480 Franken und ein paar Zerquetschte. Wenigstens nicht ganz das Tausendfache von 50 Cent. Aber da hilft auch Lachgas nicht weiter...

80 Prozent – so viel Sonnenscheindauer haben wir gefühlt wohl diesen Sommer schon gehabt. Die Hafebar, die «Rue de Blamage» am Landhausquai und das «SolHeure» brummen. Grillieren ist ein Dauerbrenner und die Aare längst reif für das knallrote Gummiboot. Was schert uns da noch das rot-weisse Ausscheiden! Wir hatten schon Sommer ohne Yann, da war alles viel, viel schlimmer. Zum Beispiel 1987: Da gabs keine WM, weit und breit auch keine Nati, die das geschafft hätte. Dafür aber Dauerregen. Kaum ein Tag ohne Schiffete vom Mai bis weit in den August. Das nennt man Depression. Was sind wir doch heute glücklich. Hundert Pro!

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