Solothurn

«Probiererli» und «Umtrünkli» inklusive: Ein Rundgang bietet die Vorstadt in Häppchen

100 Fans der Solothurner Vorstadt spazierten am Donnerstagabend beim Quartier-Rundgang wieder mit.

Ja, die Vorstädter: ein stolzes Völkchen. Stolz auf ihr Quartier, das den bleichen Teint der leblosen, «minderen Stadt» durch Tat und Kreativität längst losgeworden ist. Wer sät, soll auch ernten, heisst es. Und so ist es für die Vereinigung Pro Vorstadt Tradition geworden, jährlich auf einem Rundgang zu zeigen, wo neue Pflänzchen in diesem Lebens-, Freizeit- und Arbeitsraum spriessen oder spriessen werden. Am Donnerstag fand der Anlass wieder statt – und wieder mit Ansturm neugieriger Vorstadtfans.

Pro-Vorstadt-Präsident Martin Tschumi und sein Team führten die rund 100 Spaziergänger zu den Hotspots und Neuigkeiten. Kaum irgendwo sonst lassen sich diese in derart verdichteter Form mit allen Sinnen aufsaugen. Zum Beispiel mit dem Gaumen: «Probiererli» und «Umtrünkli» gab es an diversen Genussstationen unterwegs alleweil. Der Rundgang führte beispielsweise bei Affolters Vinothek vorbei, oder machte beim veganen Verpflegungsposten der «Grüeni Chuchi» Halt.

Kann sich das eher aussergewöhnliche Konzept in der Vorstadt auch nach bald zwei Jahren halten? Kein Zweifel daran lässt Luana Frauenfelder, die dort arbeitet: Der Laden steht auf gesunden Füssen, «denn wir haben den Nerv der Zeit getroffen.» Gehalten hat sich auch das «Härdöpfu-Huus» gleich gegenüber. Und mit dem «Biondo» etabliert sich einen Steinwurf weiter auch ein mediterranes Lokal. Nebenan sei auch ein Blick in den Bürgerratssaal gestattet. Action erwartet die Teilnehmer im Volkshaus. Dort, wo unter Tage verwegene Gemüter in den Adventure Rooms knifflige Rätsel lösen.

Vorstadt entwickelt sich weiter

Die Winde stehen für die Vorstädter auch künftig nicht schlecht: So soll mit grosser Wahrscheinlichkeit im Frühling 2018 die Aufwertung der Berntorstrasse zur Flaniermeile stattfinden. Bodenbeschriftungen zeigen bereits heute die neue Trottoirbreite aus. Savoir vivre auch einige Meter weiter: Mirjam Hauri lässt sich im Unteren Winkel gerne auf die Finger schauen. Die Inhaberin der Schmuckmanufaktur hat ihr Arbeitspult beim Fenster – und begrüsst dort hin und wieder neugierige Passanten. Gestern hatte sie deren einige mehr.

Der Vorstadtfan erfuhr aber auch, was künftig noch gedeihen wird. Gleich gegenüber empfängt Petra Hubler die Vorstadtkarawane. Hier stehen Umbauarbeiten an: Ihr Reisebüro «El Travel» aus Biberist macht bald die «Reise» nach Solothurn. Die Tore von Hublers Geschäft sollen Mitte November öffnen. Brandneues erfährt der Spaziergänger beim Dornacherplatz: Das eher verwahrloste ehemalige Restaurant «Rössli» wird von Coiffure-Inhaber Luigi Fragale erobert. Noch ist unklar, wann sein Umzug hierhin erfolgt. Sicher ist aber, dass es neben dem Beauty-Angebot auch eine kleine Cafeteria geben wird.

Reina Gehrig, Literaturtage-Leiterin, sitzt in ihrem Büro gleich gegenüber dem BBZ-Neubau. «Seit der Neugestaltung ist die Umgebung offener und freundlicher geworden», sagt sie. Und mit dem «Velokurier» von Mathias Lüscher als Untermieter hat das Team seit einem halben Jahr erst noch neue nette Nachbarn gewonnen.

Gerade in dieser Ecke wird sich das Quartierbild in den nächsten Jahren noch prägender ändern: So ist ein Projekt im Gange, das Oetterli-Gebäude abzureissen und einen Neubau zu erstellen. Und: 2018 wird der Kreuzackerpark zu einem Kunstgarten aufgewertet. Es tut sich was in der Vorstadt, und das wird es auch weiterhin...

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