Support Your Hero
Preisgeld hilft Solothurner Bar, den eigenen Likör auf den Markt zu bringen

Die «Cafébar Barock» aus Solothurn ist im KMU-Unterstützungswettbewerb «Support Your Hero» unter den letzten fünf dabei. Das Projekt: Eine eigene Spirituose.

Lea Durrer
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Börner-Schnaps von der «Barock Café&Bar»
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Der eigene Schnaps wird seit Sommer 2019 im «Barock» ausgeschenkt und verkauft.
Im Lokal gibt es nur Take Away.
In Konfitürengläsern werden von Donnerstag bis Sonntag verschiedene Cocktails aber auch ausgeliefert

Börner-Schnaps von der «Barock Café&Bar»

Lea Durrer

«Börner». Der Name dieses Likörs auf der Basis von Bourbon Whisky gepaart mit Zimt und Chili ist Programm. «Im Auftakt ist es sehr zimtig, im Abgang brennt es», beschreibt es Stephan Marti, der die Cafébar Barock zusammen mit Damaris Häfeli führt. Man sei dann irgendwann darauf gekommen, dass der Schnaps auf gut schweizerdeutsch einfach der «Börner» sei. Dies auch in Anlehnung an das englische Wort burn für brennen.

Der Ursprung für die Idee, einen eigenen Schnaps zu produzieren, kam vor drei Jahren, als eine beliebte Spirituose wegen eines Markenrechtstreits in der Schweiz nicht mehr bezogen werden konnte. In einem Labor wurde am Geschmack herum getüftelt, bis man zufrieden war. 1000 Liter sind dann von der ersten «Börner»-Version in Flaschen abgefüllt worden. 100 Flaschen wurden bisher verbraucht.

«Wir sagten uns, dass wir den Schnaps ein halbes Jahr lang testen», so Marti. Nun sei es an der Zeit, die Rezeptur zu verbessern und auch am Flaschen- und Etikettendesign zu arbeiten sowie die Werbung anzugehen. Es gebe auch schon Partner, die die Spirituose vertreiben wollen. «Jetzt heisst es Vollgas geben.» Doch die Weiterentwicklung kostet viel Geld. Martis erklärtes Ziel wäre es, dass der «Börner» Mitte Mai marktreif ist. Und genau hier soll das Geld aus dem Projekt «Support Your Hero» helfen (siehe Kasten). 5'000 Franken bekommt der Betrieb schon einmal aufs Konto, weil er unter die letzten fünf gewählt wurde. Wie viel es von den übrigbleibenden 75'000 Franken sein werden, entscheidet ein Voting. Die schnelle Hilfe sei genau auf die Krise zugeschnitten, meint der Co-Geschäftsführer.

Der Wettbewerb

Das Berner Energie- und Infrastrukturunternehmen BKW hat 100‘000 für das KMU-Unterstützungsprogramm Support Your Hero zur Verfügung gestellt. Vom 22. bis 28. April kann die Bevölkerung abstimmen, wie das Geld auf die fünf ausgewählten Unternehmen verteilt wird. Unterstützt werden unternehmerische und zukunftsorientierte Projekte.

Das sind die Mitbewerber:

- Cafébar Barock aus Solothurn

- Quevita aus Olten

- Avance Pay aus Bern

- foodathome.ch aus Bern

- Simmenthaler Bier aus der Lenk

5'000 Franken hat jedes dieser KMUs schon erhalten. Es bleiben 75'000 Franken zum Verteilen.

Abstimmung: support.local-hero.ch

Nach dem Zimt-Whisky-Chili-Schnaps ist es für die Cafébar Barock aber noch nicht zu Ende mit der eigenen Spirituosen-Produktion. Schon eine Probemischung gibt es von einem Pink Grapefruit-Likör, der dann im Cocktail «Barock-Spritz» zum Einsatz kommen soll.

Wichtig ist dem Lokal in jedem Fall, möglichst lokal zu bleiben. «Das wurde mir mit ‹Local Hero› einmal mehr bewusst», so Marti. Die Spirituose, die Flaschen und Etiketten werden in der Schweiz produziert. Und auch für das Design und Fotos kommen Leute aus der Region zum Einsatz.

Cocktails per Velo geliefert

Die Situation für die Cafébar Barock im Lockdown beschreibt Stephan Marti als katastrophal – wie in vielen anderen Betrieben. Der Betrieb befindet sich in Kurzarbeit. Drei Pfeiler sind für das Solothurner Lokal momentan essentiell: Cocktail-Lieferungen, Gutschein-Verkauf und die Präsenz auf «Local Hero». Letzteres sei eine «geniale» Plattform. «Es ist nun das A&O, lokal einzukaufen», betont Marti.

Die Cocktails liefert das «Barock» noch gar nicht lange. Damit begonnen hat man vor Ostern. 200 Cocktails in Konfitüren-Gläsern wurden übers Osterwochenende mit Cargo-Bikes zu Kunden nach Hause gebracht. «Es war als einmalige Aktion gedacht», erzählt Marti. «Doch die Kunden wollten mehr.» So wurde kurzerhand mit «Linda's Art» zusammengespannt, die über Ostern Apéro-Säckchen lieferte. 15'000 Flyer wurden gedruckt. Diese werden nun in den umliegenden Gemeinden in die Briefkästen verteilt. «Wir halten den Lieferdienst sicher einmal bis Ende der Krise aufrecht und darüber hinaus», meint Stephan Marti. Denn auch nach der Aufhebung des Lockdowns würden bestimmt weiterhin Einschränkungen bestehen.