Altes Spital
Preisgekrönter Künstler aus Neuseeland ist im Alten Spital zu Gast

Seit fünf Jahren beherbergt das Alte Spital regelmässig einen Gastkünstler aus Neuseeland. Dank einer neuseeländischen Stiftung, die an einheimische Künstler Förderpreise vergibt.

Katharina Arni-Howald
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Neugierig: John Brown mit Partnerin Caroline und Tochter Lucia. Sohn Benjamin schlief gerade, als der Fotograf kam.

Neugierig: John Brown mit Partnerin Caroline und Tochter Lucia. Sohn Benjamin schlief gerade, als der Fotograf kam.

Hanspeter Bärtschi

John Brown ist glücklich. Er hat mit seiner Frau und zwei Kindern im Vorschulalter vor rund einer Woche die Künstlerwohnung im Alten Spital bezogen. «Die Unterkunft ist besser als ich erwartet habe», schreibt er in seinem Blog und findet gleich auch lobende Worte für die Stadt, die er für drei Monate bewohnen wird. «Solothurn vereint italienische Grandezza und französischen Charme und bürgt für Stabilität und Qualität.» Nur die Sprache scheint ihm und seiner Familie etwas Mühe zu bereiten: «Ich habe zwar Deutsch gelernt, aber die Sprache hier scheint aus einem Mix von Deutsch, Französisch und Italienisch zu bestehen.»

Oft mit Silikon gearbeitet

John Browns Werke stossen in Neuseeland auf viel Beachtung, was ihm auch einen Preis der «Kaipara Foundation» eingebracht hat, die seit fünf Jahren mit dem Künstleratelier kooperiert. Für die preisgekrönte Büste von «John Wayne» hat John Brown flüssigen Kunststoff verwendet, die er in eine Form aus Silikon gegossen und mit Acrylfarbe bemalt hat.
Wie am Einführungsapero in einer Diaschau zu sehen war, arbeitet der in Auckland lebende Künstler mehrheitlich mit diesen Materialien. Oft sind es auf Konsolen oder an Schnüren befestigte Körperteile, die das eigenwillige Schaffen von Brown kennzeichnen. Für grössere Objekte setzt der Neuseeländer, der an der Technischen Hochschule Art und Design studiert hat, auch neue Technologien ein und verknüpft diese in seinen Malereien mit eigenen Inspirationen.

«Künstlerfamilien-Atelier»

Über sein Schaffen in Solothurn kann Brown noch keine konkreten Angaben machen. Die Zeit ist kurz bemessen, und auf dem Programm steht noch eine Reise nach Berlin. «Unser Künstleratelier entwickelt sich zusehends zu einem Künstlerfamilien-Atelier, was bedeutet, dass auch die Familie einen wichtigen Platz einnimmt», betont die Leiterin des Alten Spitals, Eva Gauch. Oft komme dabei aber das angestrebte Ziel, nämlich die Vernetzung mit hiesigen Künstlern, etwas zu kurz.