Solothurn

Post umgebaut: An der Wengistrasse ist jetzt «Zetteliziehen» passé

Die umgebaute Filiale an der Wengistrasse ist eine von 300 Poststellen mit neuem Konzept. Die Post investiert so landesweit 40 Millionen Franken.

Mit einem «Grüessech» werden die Besucher der aufgefrischten Poststelle an der Wengistrasse 26 neu empfangen. Von einer «Filiale der Zukunft» war im Rahmen des Umbaus die Rede, der seit Anfang September lief. «Doch davon kann man heute nicht mehr sprechen», sagt Stephan Martig, Leiter Gebiet Solothurn. «Denn jetzt ist die Zukunft Realität geworden.»
Ein neuer Boden und Holzoptik prägen die Poststelle, die während der Umbauzeit lediglich während eines Nachmittags geschlossen werden musste.

«Die Filiale wirkt offener und luftiger», sagt Martig. Als Erstes aber dürfte dies auffallen: Nummernzettel werden keine mehr gezogen. Das Ticketing wurde abgeschafft – zugunsten der mit «Grüessech» angeschriebenen «Posttheke». «An dieser sind wir näher beim Kunden und können seine Bedürfnisse besser eruieren», erklärt dazu Martig. «Der Beratungsaspekt gewinnt an Bedeutung. Wir wollen die Kunden mehr beraten und begleiten.» Heisst: Erste Anlaufstelle ist die Theke, wo man entweder beraten wird oder an den zuständigen Bereich weiterverwiesen wird.

Das kann einer der vier Postschalter sein, ferner die Selbstverpackungszone oder der Paketautomat, der es ermöglicht, Paketpost selbst aufzugeben. Gerade angesichts der Flut an Zalando-Rücksendungen dürfte sich diese Einrichtung als sinnvoll erweisen. Gleich vis-à-vis auf der anderen Strassenseite befindet sich zudem seit März 2018 die MyPost24-Anlage. Auch hier lassen sich Pakete aufgeben sowie abholen. Zudem können die Fächer auch als Schliessfächer verwendet werden. Änderungen fallen auch beim verschlankten Produkteverkauf auf, so Martig: «Wir verfolgen eine neue Strategie und verkaufen mehr Produkte, die zu unserem Geschäftsfeld gehören.»

«Ein verbindendes Element schaffen»

Auch Bernhard Büchler, Leitung Region Mittelland, stattete der neu gestalteten Poststelle einen Besuch ab. Er nahm Bezug auf das neue, bereits in 50 von 300 geplanten Filialen umgesetzte Konzept: «Wir wollen den Kunden zeigen, welche Wege der schnellen Geschäftsabwicklung ihm zur Verfügung stehen.» So sei die Zukunft der Post sowohl physisch wie auch digital. «Durch Filialen wie diese schaffen wir das verbindende Element.» Auch der Wandel des Poststellennetzes kam zur Sprache: «Die Umwandlungen von Poststellen in Filialen mit Partner sind ein zentrales Thema. Umso mehr freut mich, dass wir hier einen Umbau präsentieren können», so Büchler. Der Bestand des aufs neue Konzept geschulten Personals bleibt gleich.

Die Filiale Wengistrasse ist mit 170'000 Kundengeschäften pro Jahr die grösste von Solothurn. Doch was geschieht inskünftig mit den anderen Poststellen Weststadt und Kronenplatz? Dazu Büchler: «Nach der Umwandlung der Poststelle am Hauptbahnhof in eine Partnerfiliale mit Coop wollen wir zunächst beobachten, wie sich die Kundenströme verlagern und welchen Auswirkungen dies auf andere Zugangspunkte hat.» Danach soll das Gespräch mit der Stadt Solothurn gesucht werden. «Gerade bei der Filiale in der Weststadt ist mitentscheidend, wie sich das Gebiet weiter entwickelt. Dementsprechend wollen wir Lösungen erarbeiten», so Büchler.

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