Stadtpräsidiumswahlen
Politologe: «Kurt Fluri steht auf allen Bühnen als Sieger da»

Kurt Fluri ging am Sonntag als Sieger aus den Stadtpräsidiumswahlen in Solothurn hervor. Lukas Golder, Politologe und Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs Bern, schätzt das Ergebnis ein.

Wolfgang Wagmann
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Für Lukas Golder ist das Ergebnis eine Überraschung.

Für Lukas Golder ist das Ergebnis eine Überraschung.

hjs/zvg

Die Städte tendieren nach links. Solothurn hat am Sonntag nicht diesem Trend entsprochen.

Lukas Golder: In diesem Ausmass ist das Ergebnis eine Überraschung. Es spricht aber ganz für das Profil von Kurt Fluri. Er ist ein national profilierter Politiker. Nicht weil er sogar als Bundesrat gehandelt wird, sondern weil er sich mit der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative sehr dezidiert gegen die SVP gewandt hat. Damit ist er auch für das Mitte-Links-Lager wählbar.

Herausforderin Franziska Roth gilt als typische Sozialdemokratin – war sie zu typisch?

Franziska Roth hat sich als hervorragende Wahlkampfleiterin im Kanton profiliert. Damit schafft man sich allerdings nicht nur Freunde. Das ist bei einer Mehrheitswahl eher ein Hindernis. Franziska Roth hat aber durchaus das Profil, auch bei Proporzwahlen im ganzen Kanton zu glänzen.

Sie bestimmte den Wahlkampf. Was ist da falsch gelaufen?

Franziska Roth beherrschte den Angriff, wurde aber durch die Dossier-Kenntnis von Kurt Fluri rasch in die Defensive gedrängt. Kurt Fluri profilierte sich als seriöser Schaffer und gab in den sensitiven Bereichen wie Sport und Kultur die richtigen Signale. Am Schluss steht Kurt Fluri auf allen Bühnen, auf denen er sich bewegt, als Sieger da. Von Überlastung zu sprechen, ist deshalb vermessen.