HESO 2013
Podium diskutierte an der HESO-Arena Fragen rund um die Energiewende

Die Unternehmerinitiative Neue Energie Solothurn und die Lokale Agenda 21 des Kantons thematisierten an der HESO-Arena Chancen und Herausforderungen der Energiewende. Moderiert wurde das Podium von Sonja Hasler von der «Arena» SRF.

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v.l.n.r.: Martin Eschle (Alpiq), SVP-Nationalrat Hans Killer, Christoph Bläsi (Energiefachstelle Kanton Solothurn) Sonja Hasler (SRF Arena)

v.l.n.r.: Martin Eschle (Alpiq), SVP-Nationalrat Hans Killer, Christoph Bläsi (Energiefachstelle Kanton Solothurn) Sonja Hasler (SRF Arena)

Zur Verfügung gestellt

Fachleute streiten sich seit Jahren, ob eine Abkehr vom Atomstrom ohne Einbussen im Bereich der Versorgungssicherheit technisch machbar ist. Profesor Anton Gunzinger erklärte in seinem Inputreferat, wie die Energiewende technisch machbar und finanzierbar ist. Der innovative Querdenker, der auch mal einen Benzinpreis von 12 Franken pro Liter fordert, bezeichnete die Energiewende in seinem Referat als eine grosse Chance für die Schweiz und die Schweizer Wirtschaft. Die Lösung liege bei den erneuerbaren Energien. Gunzinger zeigte aber auch mögliche Zielkonflikte auf, es brauche unter anderem deshalb einen guten Mix verschiedener Produktionsarten.

Marianne Zünd vom Bundesamt für Energie BFE fordert mehr Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energien, bedarfsgerechte Netze und mehr Forschung. Fragen bestehen für sie bei der Regulierung von smart technologies, beim Rebound-Effekt und bei der ungelösten Frage nach der Lösung der Zielkonflikte zwischen erneuerbarer Energieproduktion und Natur- und Landschaftsschutz sowie der Raumplanung.

Martin Eschle von Alpiq und Hans Killer, SVP-Nationalrat, hatten gegenüber den Energiewendebefürwortern keinen einfachen Stand. Konfrontiert damit, warum sich die SVP für eine fossile und nukleare Abhängigkeit vom Ausland einsetze, blieb Killer eine abschliessende Antwort schuldig. Er liess aber durchblicken, dass bei diesem Thema in seiner Partei ein Umdenken stattfinde. Jürg Buri (Schweizerische Energiestiftung) agierte offensiv und rief dazu auf, künftig vermehrt am selben Strick zu ziehen. So sei die Energiewende machbar.

Eine Einsprachen-Schwemme?

Immer wieder wird den Exponenten von Natur-, Landschafts- und Heimatschutzorganisationen vorgeworfen, die Energiewende zu blockieren. Die Summe aller möglichen Einsprache berechtigten Organisationen führe dazu, dass letztendlich oft eine Einsprache gemacht werde, monierte Reto Rigassi, Geschäftsführer von Suisse Eole.

Kleininvestoren, welche die Energiewende voranbringen möchten, habe es genug, die Bewilligungsprozesse würden aber immer wieder viel Schwung aus den Segeln nehmen. «Nicht jede erneuerbare Energieanlage ist automatisch eine gute Energieanlage», entgegneten Rico Kessler von Pro Natura und Stefan Müller, CVP-Nationalrat und Präsident Netzwerk Pärke Schweiz. Das grösste Potenzial liege ohnehin bei der Energieeffizienz, und da geschehe aktuell viel zu wenig, so Kessler weiter. «Pro Natura, der WWF und andere Organisationen sind im Energiewende-Streit sehr wohl an konstruktiven Lösungen interessiert», brach SES-Buri eine Lanze für die Umweltorganisationen.

Klare Rahmenbedingungen

Das Bundesamt für Energie sieht sich immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, die Rahmenbedingungen seien zu wenig klar, und die Spielregeln würden immer wieder geändert. Verlässlichkeit sei das A und O für Unternehmen, die investieren wollen. Marianne Zünd, Geschäftsleitungsmitglied beim BFE erklärte, dass man sich beim BFE bewusst sei, dass in der Vergangenheit zu viel Unklarheit geherrscht habe, dies solle sich aber in Zukunft ändern.

Physiker Jürg Liechti, Geschäftsführer der Neosys AG und als Beobachter vor Ort, fasste die Diskussion zusammen. Gutes realisieren und unnötige Grabenkämpfe um die Kernenergie vermeiden forderte Liechti. Aber auch mehr Mut in der «Anbauschlacht» um erneuerbare Energie, das Ausdiskutieren der Zielkonflikte mit dem Natur- und Landschaftsschutz sowie eine gemeinsame Strategie zur Energiewende, um den ökologisch bedenklichen Energie-Import zu vermeiden. (mgt)

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