Fest im CIS-Sportzentrum
Platzgerverband will Wurfsport in Solothurn bekannt machten

Am Wochenende feiert der Schweizer Verband der Platzger sein Fest iim Cis- Zentrum Dadurch soll der traditionsreiche Volkssport auch in der Barockstadt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das CIS kann dadurch seine Aussenanlage vermarkten.

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Platzgen wurde diese Woche schon im CIS-Center praktiziert.

Platzgen wurde diese Woche schon im CIS-Center praktiziert.

zvg

Zu Zeiten Gotthelfs war dieser Sport verboten: Fürs so genannte Platzgen schwänzten damals viele junge Männer gar den sonntäglichen Kirchgang. Schon seit dem Mittelalter war der Volkssport als Zeitvertreib oder als ambitionierter Wettkampf beliebt gewesen – und dies unter unterschiedlichen Bezeichungen: Plattenschiessen, Tötzlen, Pletschgere und viele mehr. Auch wenn der Bekanntheitsgrad bis heute abgenommen hat, wird die Sportart unter seinen Liebhabern gepflegt. So sei das Platzgen eine traditionsreiche Sportart, gut organisiert und klar reglementiert, macht der Schweizer Platzgerverband klar, dem 48 Vereine angegliedert sind. Gerade der Kanton Bern gilt als Hochburg fürs Platzgen.

Am kommenden Wochenende zeigt sich die Platzgergemeinschaft aber auch in der Barockstadt von ihrer besten Seite: anlässlich des Verbandsfests von Samstag und Sonntag. «Wir möchten diesen faszinierenden und gemütlichen Wurfsport – bei dem auch die Kameradschaft eine wichtige Rolle spielt – in der Öffentlichkeit vermehrt präsentieren», lässt der Verband weiter verlauten. Dies, nachdem er sich bereits an der BEA, am Zürcher «Sächsilüte» oder gar an der Olympiade in London präsentiert hat. Die Mission des Verbands: in der heutigen schnelllebigen Welt für diesen traditionsreichen und gemütlichen Wurfsport begeistern und ihn zu retten und zu fördern.

Da brauchts Treffsicherheit

Bereits vor einigen Tagen wurden in Solothurn zehn Wettkampfbahnen eingerichtet. Derweil nutzten einige Schulklassen sowie eine Gruppe Asylsuchende die Gelegenheit, in einem Plauschturnier diese Schweizer Traditions-Wurfsportart kennenzulernen. Etliche Zaungäste bekundeten schon da Interesse am nicht häufig gesehenen Sport. Nach einer Einführung ins Platzgen gab es drei Probeschüsse und fünf Würfe, die fürs Plauschturnier zählen.

Ähnlich dem Prinzip beim Curling oder beim Petanque geht es beim Platzgen darum, einen handförmigen Wurfkörper («Platzge») mit einem bis drei Kilogramm Gewicht über eine Distanz von 17 Meter möglichst in die Mitte des so genannten Ries heranzubringen, wo sich ein eiserner Stock («Schwirren») befindet – dazu hat der Werfer zehn Versuche. Die Besten der Sportart schaffen eine durchschnittliche Annäherung von vier Zentimeter an den Eisenstock.

Platzgen am Aareufer

Da Platzger in der Regel Frühaufsteher sind, ist auch der Terminplan in Solothurn entsprechend angesetzt: Um 7 Uhr stehen die Wettkampfrichter bereits auf dem Platz. Um 7.30 Uhr beginnt der Wettbewerb, wobei es unterschiedliche Arten der Siegesauswertung gibt. Diese erfolgt überdies am Sonntag ab ca. 16 Uhr.

Auf Solothurn sei man gekommen, weil die hiesige Aussenanlage mit direktem Blick auf die Aare besonders zugesagt habe. Ausserdem habe das CIS-Sportcenter vor allem in den Sommermonaten freie Kapazitäten. Durch Anlässe wie diesen will Rainer Gilg, Geschäftsführer des CIS, die Aussenanlage attraktiver vermarkten. Für die Vorbereitungen auf dem Platz waren rund 30 Freiwillige sowie ein CIS-Team beteiligt. Finanziert wird die Veranstaltung unter anderem durch Verpflegungseinnahmen und Teilnehmerbeiträge. Gerechnet wird mit einem Publikumsaufmarsch von 200 Besucherinnen und Besuchern. (mgt/ak)

Platzgen-Verbandsfest: Sa/So, 5./6. September, ab 7 Uhr im CIS-Sportzentrum Solothurn.

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