«Mit Aug und Hand fürs Vaterland» - unter diese Maxime hat der ehemalige Konservator des Museums Altes Zeughaus, Marco Leutenegger, die Jubiläums-Ausstellung der Stadtschützen Solothurn im Baseltor gestellt. «Wir wollen auch die geselllschaftliche Bedeutung des Schützenwesens, die oft als Gilde oder Bruderschaft wie in Solothurn organisiert waren, zeigen.» Diese «weiche Seite» der Schützen illustriert insbesondere ein gedeckter Tisch mit einem Service, Besteck, Gläsern und Serviettten, die allesamt das Emblem der Stadtschützen tragen.

Besonders viel über den jeweiligen Zeitgeist verraten aber insbesondere die ausgewählten 20 Schützenplakate im ersten Obergeschoss, «sie zeigen aber auch die grafische Entwicklung.» So ist beispielsweise das 1922 vom bekannten Solothurner Kunstmaler Emil Scheller geschaffene Plakat zum Schützenfest in der Ambassadorenstadt noch voll dem Realismus verhaftet, 1939 suggerieren dagegen die Plakate Wehrbereitschaft angesichts der drohenden Kriegsgefahr.

Interessant, dass auf den frühen Plakaten noch die «Plansumme», das Budget eines Schützenfests, erschien - oft ging es schon damals um mehrere 100 000 Franken. Leider musste die Inneneinrichtung des gastgebenden UOV Solothurn wie Fahnen und Gewehre belassen werden - genau das, was Stadtschützen-Präsident Peter Wagner aus seinem Fundus nicht präsentieren wollte.

Damenhalstücher am Schützenfest

Im zweiten Obergeschoss stehen sieben Pokale, davon einer 1905 durch die Oltner Firma Sunlight gestiftet, für die Festfreudigkeit der Schützen. Speziell spannend sind die Souvenirs an die eidgenössischen Freischiessen in Solothurn von 1840 und 1855. Einerseits liegen Originalpläne der umfangreichen Festbauten auf, anderseits Halstücher des patriotischen Zuschnitts, welche die Damen bei den Festivitäten als Reverenz an die schiessende Männerwelt trugen.
Geöffnet bist 24. Juni, Samstags von 9 bis 13 Uhr, Donnerstags 17 bis 21 Uhr, Freitag (nur 22 Juni) 17 bis 21 Uhr, Sonntag 24. Juni Finissage von 10 bis 13 Uhr