Solothurn

«Pistazien» und «Konfettifrässer»: Zwei närrische Erfolgsgeschichten

Mit den «Pistazien» und den «Konfettifrässern» darf sich Honolulu über zwei aufstrebende Gruppierungen glücklich schätzen.

2017 die Pistazien und dieses Jahr die Konfettifrässer – immer wieder erhalten neue Gruppen einen festen Platz in den Grossen Umzügen von Honolulu. Beide bauen Wagen, haben jedoch andere Hintergründe. Die Pistazien wurden 2001 von drei Freundinnen inszeniert, weil deren Männer in einer Gruppe an die Fasnacht gingen und sie sie am damaligen Wirthen-Ball als Dicke Weiber überraschten. In der Gassenfasnacht haben die Konfettifrässer ihren Ursprung. Mit einem umgebauten Einkaufswägeli stürzten sich 2015 eine Kollegin und drei Kollegen als Atomfässer ins närrische Getümmel und entschlossen sich spontan nach dem 12i-Chlapf als Gruppe weiter mitzumischen.

Bei beiden ist die Namensgebung ebenso speziell. «Die Pistazie hat eine harte Schale, bei der man keinen farbigen Kern erwartet, er ist grün. Auch bei uns weiss man nie, was zu erwarten ist, was dahintersteckt und zudem tönt dieser Name aristokratisch», erklärt Oberin Cécile Järmann, die seit Beginn dabei ist. «Nach diesem 12i-Chlapf lieferten wir uns eine Konfettischlacht; wir hatten überall Konfettis, auch im Mund, so ist der Name Konfettifrässer entstanden», erzählt deren Ober Samed Akyol schmunzelnd.

Vom Wägeli zum Wagenbau-Lokal

2002 sind die Pistazien erstmals am Narrennachwuchsumzug mitgelaufen. Ein Jahr später waren es bereits sechs Familien. «Wir hatten immer ein Wägeli zum Ziehen dabei und sind stetig grösser geworden. Die älter gewordenen Kinder äusserten den Wunsch, einen ‹rechten Wagen› zu bauen», so Järmann weiter. Dies gab den Anstoss, einen Verein zu gründen und ein Wagenbau-Lokal zu suchen. «Als in Riedholz wohnhafte Primarlehrerin wusste ich, dass die Gemeinde nur Vereine unterstützt und es in der unterirdischen Anlage für die Luftschutztruppe ALST unter dem Schulhausparkplatz freien Raum hat», bemerkt die Initiantin. Also konstituierten sich die Pistazien im Sommer 2016 als Verein.

Die Garage Uetz und Söhne stellt nicht nur den Traktor, sondern in Toni Uetz auch den Fahrer. «Für den ‹Brüggiwagen› schweissten wir den Rahmen selbst und legten ihn mit Schalltafeln aus», erzählt die Oberin. Nachdem sich die Pistazien an den Nachwuchsumzügen bewährt hatten, wurden sie 2017 erstmals als «eigene Nummer» aufgenommen. Sie versprühten französisches Flair mit ihrem Restaurantwagen. Personell machten sie seit letztem Jahr einen Riesensprung von 54 auf 85 Teilnehmende mit Betonung als Familienzunft. Als Nummer 10 nehmen sich die Pistazien diesmal des Klimawandels an und zeigen ein von einem Dschungel überwachsenes Solothurn.

Der Durchbruch kam mit «Highway to Hell»

Als junge Leute und in den elektronischen Medien zu Hause, suchten die Gründer neue Mitglieder über eine Whatsapp-Gruppe. Gefunden wurde auch eine Halle in der ehemaligen Biberister Papierfabrik. 2016 nahmen sie erstmals am Nachwuchsumzug mit einem SBB-Wägeli teil.» 2017 hatten wir einen Einachser, und obwohl wir nicht den ersten Platz holten, durften wir an die Sonntags- und Dienstagsumzüge», war dies für Akyol ein erster Aufsteller. Für das Folgejahr kauften und restaurierten sie einen VW-Pick-up. «Unser Vize-Ober Jannick Kocher hat als Automechaniker mit solchen Fahrzeugen zu tun», weiss der 22-Jährige. 2017 als Verein institutionalisiert, auf 16 Personen angewachsen und ihr Stammlokal Brasserie Fédérale dekorieren zu dürfen, erfolgte 2019 der grosse Durchbruch mit «Highway to hell».

Auf Besuch vor der Fasnacht: In einer leeren Lastwagen-Garage bei der Alten Brennerei in Lohn-Ammannsegg entsteht seit drei Jahren der jeweilige Wagen, diesmal die Nummer 20, das Candyland mit eindrücklichen Candy-Baby-Larven darstellend. Die 20 Leute mit einem Durchschnittsalter von 24 bis 25 Jahren überzeugten die UNO. «Im letzten Herbst rief mich Umzugschef Yves Hauri an, dass wir künftig mit einer eigenen Nummer dabei sein werden; damit haben wir unser Ziel erreicht, fester Bestandteil zu sein, das macht uns eine Riesenfreude», sagt Aykol über diese Anerkennung.

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