Das Publikum im Konzertsaal, das sich für ihren Auftritt mit reichem Beifall und sogar jubelnd bedankte, erlebte das Klavierspiel der Solothurner Pianistin Evelyne Grandy als berührend und genussvoll. Ihr gelang es, die beiden Kompositionen, das Konzert für Klavier und Orchester D-Dur von Franz Joseph Haydn (1732–1809) und das Konzert für Klavier und Orchester G-Dur KV 453 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756– 1791) satzgetreu, aber mit viel Esprit, Emotion und in technischer Reife zu interpretieren.

Das Mozart-Stück bildete zweifellos die Krönung des Konzerts, dem sie gemeinsam mit den wunderbar agilen Bläsern und den Streichern des SKO eine für die späte Barockzeit erstaunlich neuartige und reizvolle Klanggestaltung verlieh. Im ersten Satz Allegro hat der schöpferische Mozart eine melodische und figurative Verwebung von Blasinstrumenten und Klavier geschaffen, die von den Saiteninstrumenten akkordisch untermalt wird. Ernsthaftigkeit und Leidenschaft sprachen aus dem Andante unter lebhaftem Dialog mit den Bläsern.

Vergnüglich ging es im dritten Satz Allegretto zu, der mit geradezu pfiffigen melodischen Einwürfen gefiel – und in der Darbietung besonders bezauberte. Dieses glanzvolle und gedankenreiche Konzert mit dem SKO aufführen zu können, entsprach einem besonderen Wunsch der Pianistin, die geradezu «grandios» mit diesen Partnern konzertierte.

Mit überzeugender Leichtigkeit und ebenso unterstützt durchs Orchester spielte Evelyne Grandy das Haydn’sche Klavierkonzert D-Dur, das im beginnenden Vivace wie eine heitere Konversation im Stil der damaligen Zeit wirkte. Ganz liedhaft und melodisch verführte der zweite Satz – un poco adagio- die Zuhörenden, besonders wenn die im Klavierpart anklingenden Auszierungen so virtuos mit einer zusätzlichen Kadenz geboten werden. Ungarische Volksmusik prägte thematisch das abschliessende Rondo zu einem überschäumend temperamentvollen Bild.

Eine Uraufführung

Leser kennen die bei Münster aufgewachsene Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) als Schriftstellerin und als spätere Bewohnerin eines zum Museum gewandelten Häuschens oberhalb von Meersburg am Bodensee. Dass die Dichterin auch kompositorisch bewandert war, zeigten ihre ohne Singstimme aufgeführten Lieder, die als Uraufführung in der Bearbeitung durch Orchesterleiter Urs Joseph Flury poetisch und farbenreich instrumentiert wurden.

Beim Lesen der Titel im Programmblatt wie «Wer nie sein Brot mit Tränen ass» oder «Schlafe mein Kind» wirkte die inhaltliche Umsetzung in die Sprache der Musik in feinsinniger Wiedergabe durch das SKO sehr verständlich.

Nochmals Haydn und Mozart

Mit der Ouvertüre zur Haydn-Oper «L’Incontro improvviso» eröffnete das SKO den Abend kantabel-orchestral. Später folgte die «Serenata notturna» KV 239. Der 20-jährige Mozart wählte für diese «nächtliche Serenade» eine Besetzung wie im alten concerto grosso. Ein konzertierendes Streichorchester umgibt musikalisch akzentuierend ein Quartett, das hier aus zwei Violinen, Viola und einem Kontrabass bestand. Marschrhythmen und tänzerisch-schwungvolles Figurenwerk ergänzen einander in vier Sätzen, bis Mozart im Finale ein damalig bekanntes Strassenlied übernimmt, das für gelöste Stimmung sorgt.

Am Rande war zu hören, dass im Verlauf Juni/Juli das SKO als Beispiel unterstützter Vereine in TV-Bild und Ton den Auftakt zur Ziehung der Lottozahlen bei SRF übernimmt. Die Aufnahmen durch die Fernseh-Crew haben bereits stattgefunden.