«BaRock Town Project»
Peter Borer will Solothurns Rock-Urgesteine auf einer CD

Rocknostalgie neu aufgelegt: Der Solothurner Musiklehrer und Schlagzeuger Peter Borer hält momentan Ausschau nach musikalischen Schätzen. Diese will er auf die sechste Scheibe von «BaRock Town Project» brennen.

Andreas Kaufmann
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Der Arbeitstitel seiner Scheibe heisst «Weisch no?»

Der Arbeitstitel seiner Scheibe heisst «Weisch no?»

Andreas Kaufmann

Peter Borer hofft, dass auf Dachböden und in Kellern der Region noch viele musikalische Schätze schlummern, die es zu entdecken gibt. Denn genau danach hält der Solothurner Musiklehrer und Schlagzeuger im Moment Ausschau.

Für die bevorstehende sechste Ausgabe seines Samplers «BaRock Town Project» hat er eine besondere Idee ins Auge gefasst. «Zeitdokumente», so bezeichnete Borer schon die vergangenen fünf Alben, die Schlaglichter aufs aktuelle musikalische Schaffen in der Region werfen. Ein Zeitdokument soll auch der sechste Wurf Borers werden, dieses Mal aber als Sprung zurück in der Zeit.

Beim Räumen des Haushalts seiner Eltern war Borer nämlich auf eine längst verschollene Aufnahme gestossen, die er in der Formation «Sensor» zusammen mit Tommy Kiefer, Kim Powers und Hausi Kiener in Frankfurt aufgenommen hatte. «Dabei gingen mir die Worte ‹Weisch no?› durch den Kopf. Die Idee war geboren.» Und so lautet auch der derzeitige Arbeitstitel «Weisch no?».

Auch «Irrwisch» mit an Bord

Diverse Bands aus der näheren Region sind im Gespräch für das Projekt. Dazu zählen Rockgrössen wie Krokus, Kaktus, aber auch die eher poprockigen Irrwisch aus Kestenholz, die im kommenden Jahr ihr 40-Jahr-Jubiläum feiern.

Ferner nennt Borer die Filzlüüs (Anfang der 1970er-Jahre) oder die eher dem Bluesrock zugewandte Gruppe mit dem sinnigen Namen Fossilien. Killer, Crystal Ship, Hot Stuff, Jukebox und Babblers sind weitere Combos, die Peter Borer auf seiner Pendenzenliste hat.

Für die Bands selbst dürfte sich der Aufwand gering halten: «Eigentlich möchte ich mehr mit dem Originalmaterial arbeiten als mit Neuproduktionen der alten Songs», so Borer. «Da darf auch ein bisschen Schallplattenknistern drauf sein, Hauptsache, es wird so ursprünglich wie möglich.»

Doch Borers Schatzsuche geht weiter als nur bis zu Funden auf Vinyl oder Tonbänder. Er will auch bewegtes und unbewegtes Bildmaterial zusammentragen, um auf einer zweiten Scheibe einen dokumentarischen Zusammenschnitt mit alten Bandfotos und -videos zu realisieren.

Ein Sammelschatz an Nostalgie

Kurz: Borer will ein Gesamterlebnis der Solothurner Rockvergangenheit mit ihren Urgesteinen schaffen. «Die Musiker sollen sich zurückbesinnen, wie es damals in ihren ‹Probis› war. Und die Fans, zu welchem Lied sie sich verliebt haben.»

Und weil Borer es schade fände, wenn wichtige Schätze der Solothurner Rockgeschichte ungehört blieben, veranstaltet er diesen Sonntag um 16 Uhr ein Treffen für Rockmusiker und -fans im «Chutz». «Wer hat und weiss noch was?», will Borer wissen und ruft deshalb auf, in eigenen verstaubten Erinnerungskisten auf musikalische Entdeckungsreise zu gehen, um «Weisch no?» mit möglichst viel Material zu einer Gemeinschaftsproduktion werden zu lassen. «Schön wäre es, wenn es noch dieses Jahr zustande käme.»

Doch Borer hat noch viel Arbeit vor sich, darunter auch die Sponsorensuche. Da auch eine DVD geplant ist, dürften die Kosten des sechsten «BaRock Town Projects» entsprechend hoch ausfallen. Um die Beschaffung des Rohmaterials selbst macht sich Borer indes weniger Sorgen: «Schliesslich sind wir Solothurner Rocker eine grosse Familie.»