Theater

Peter Bichsels Kindergeschichten werden auf die Bühne gebracht

Bichsels märchenhafte Welten für einmal auf der Bühne.zvg

Bichsels märchenhafte Welten für einmal auf der Bühne.zvg

Die Kindergeschichten von Peter Bichsel aus dem Jahre 1969 sind am Wochenende vom 23./24. Februar auf der Bühne zu betrachten. Die Aufführungen finden im reformierten Kirchgemeindehaus Weststadt in Solothurn statt

Colombin, der nur so tut, als hätte er Amerika entdeckt, der Mann, der dem Tisch plötzlich «Teppich» sagt, oder Onkel Jodok, von dem man nicht so recht weiss, ob es ihn wirklich gibt – sie alle sind Figuren aus Peter Bichsels Kindergeschichten. Sieben kurzweilige Erzählungen, die auch den Uetendorfer Pfarrer Andreas Schibler als Kind begleitet haben. «Mein grosser Bruder hat mir die Geschichten jeweils vorgelesen. Später habe ich sie selbst verschlungen.»

«Das Spiel mit der Sprache»

Heute beschäftigen ihn Bichsels Kindergeschichten im besonderen Masse: So hat Schibler, nebenbei auch Theater- und Musicalautor, aus der Prosa-Vorlage der Kurzgeschichten Bichsels ein Theaterstück geschaffen, das er unter anderem auch in Solothurn zeigt. So wird «Das Spiel mit der Sprache», wie sein Projekt im Untertitel heisst, dieses Wochenende auch im reformierten Kirchgemeindehaus in der Weststadt zu sehen sein. Acht Laiendarsteller schlüpfen bei der Bühnenfassung von «Kindergeschichte» in unterschiedliche Rollen und hauchen unter Regie von Alex Muheim Bichsels Handlungen, vor allem aber auch seine Wortspielen, Leben ein. Eingewoben in eine übergeordnete Rahmenhandlung taucht das Publikum immer wieder in die kindlichen Geschichten ein. Das Theaterstück soll besonders durch eine schlichte Kulissengestaltung, durch spärliche Anwendung dramaturgischer Hilfsmittel, vor allem aber durch die Macht der Sprache bestechen.

Fragen, wie sie Kinder eben stellen

Kindlich, so Schibler, seien die Erzählungen deshalb, weil sie Fragen aufwerfen, wie sie Kinder nun mal stellen: «Warum ist die Erde rund? Und warum glauben wir, was gesagt wird?» Hervorheben wollte Schibler aber auch die Sprache, die Bichsel in seinen Kindergeschichten zum Spiel veredelt. «Früher fand ich die Geschichten, die sich gerade durch Wortwitz auszeichnen, deshalb lustig», erinnert sich Schibler. Später sei für ihn dann hingegen die Tiefe der Figuren, die in den meisten Fällen ältere Männer sind, interessant geworden. Ähnlich, wie Schibler den Geschichten zeitlebens immer etwas Besonderes abgewinnen konnte, hält das Stück auch für die Theaterbesucher jeglichen Alters etwas bereit. «Zumindest für Menschen ab acht Jahren ist das Stück geeignet», bestätigt Schibler. So hat er von Kindern gehört, die die Geschichten am Tag nach der Aufführung eigenständig «weitergesponnen» haben...

Aufführungen Sa, 23. Februar, 20 Uhr, So, 24. Februar, 17 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus Weststadt.

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