Peter Bichsel war 1968 an seinem ersten Schwingfest im Emmental. Meistens wird die Freude am Schwingen eigentlich innerfamiliär weitervererbt. Beim Schriftsteller war das nicht der Fall. Er wurde quasi übers Publikum zum Schwingerfreund.

«Mich fasziniert diese selbstbestimmte, friedliche und fröhliche Stimmung, die vor Ort herrscht», sagt Bichsel im Interview mit dem Magazin Schwingen.

Auto als typisch Heimat

Eines will der Solothurner aber nicht mit dem Schwingen verbinden: Das Wort «Sport». «Für mich ist Schwingen nach wie vor ein Spiel, vielleicht auch Arbeit. Oder anders gesagt: Schwingen ist ein kameradschaftliches Kräftemessen», so der 77-jährige.

Schwingen gehört zur Schweiz wie die Berge und Käse. Für viele ist es der Inbegriff von Heimat. Aber auch hier ist Bichsel anderer Meinung und meint: «Es sitzen schliesslich mehr Menschen Wochenende für Wochenende hinter dem Steuer als an einem Schwingfest, insofern könnte man auch dem Auto die Bedeutung Heimat zuschreiben.»

Favoriten im Schwingsport

Peter Bichsel ist Schriftsteller, Denker und gehört zu den Intellektuellen im Lande. Eigentlich nicht unbedingt das, was man sich unter einem Schwingfan vorstellt. Jedoch meint er, dass sich Intellekt und Schwingen nicht zwangsläufig ausschliessen würden.

Der Solothurner hat aber ganz klar seine Favoriten im Schwingsport oder der Schwing-«Arbeit»: «Ich mag athletische Schwinger, technisch versierte. Mathias Siegenthaler, die Gebrüder Thürig aber auch Christian Stucki finde ich gut.»

So wird man Peter Bichsel noch an einigen Schwingfesten antreffen. Ausser am Eidgenössischen: «Da hat es mir eindeutig zu viele Leute - zu viele Leute, die vom Schwingen nichts verstehen», meint er.