Arbeitseinsätze
«Perspektive» hat mehr Arbeit als Arbeitnehmer

Die neu «Perspektive Region Solothurn-Grenchen» genannte Hilfsorganisation für Randständige kann sich über Arbeit nicht beklagen: Die Auftragslage für Arbeitseinsätze ist so gut, dass es oft zuwenig Randständige für die Arbeiten auch ausführen.

Wolfgang Wagmann
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Für die «Perspektive» gab es dieses Jahr viel zu tun.

Für die «Perspektive» gab es dieses Jahr viel zu tun.

Andreas Kaufmann

«Perspektive»-Präsidentin Christine Bigolin Zjörjen freute sich zuerst einmal, dass neu auch die Leberberger Gemeinden Grenchen, Bettlach, Selzach und Lommiswil der «Perspektive» mit Sitz in Solothurn angehören. «Es war ein langer Weg dahin», meinte sie, «und ich finde es toll, dass die Zusammenarbeit nun zustande gekommen ist.» Eine entsprechende Statutenänderung war für die Generalversammlung eine reine Formsache. Geschäftsleiterin Karin Stoop strich vor allem die «sehr gute Auftragslage» bei den Arbeitseinsätzen heraus: «Wir haben oft nicht genug Klienten, um alle Aufträge zu erledigen.»

In der Gassenküche seien die Frequenzen etwas geringer geworden. Letztes Jahr haben wir 13 000 Essen ausgegeben, heuer sind es erst 12 000.» In Zusammenarbeit mit der Polizei müsse man auch immer wieder schwarzafrikanische Kokain-Dealer rund um die Gassenküche mitsamt Anlaufstelle in der Vorstadt wegschicken. «Doch das klappt sehr gut», so Stoop.

Ein grosses Augenmerk gelte bei der «Perspektive» den Drogensüchtigen. Eine Aufklärungskampagne gegen Hepatitis C soll helfen, die Verbreitung dieser ansteckenden und bei Drogenkranken häufigen Krankheit in Grenzen zu halten.

Finanziell gesund

Finanzchef Sylvain Gyger konnte ein kerngesundes «Perspektive»-Budget 2013 präsentieren. «Wir haben keine griechischen Verhältnisse». meinte er angesichts eines zu erwartenden Gewinns von 111 000 Franken im kommenden Jahr. Bei 2,835 Mio. Franken Ertrag und einem Aufwand von 4,558 Mio. Franken resultiert zwar ein nomineller Betriebsverlust von1,9 Mio. Franken, doch drehen insbesondere die Gemeindebeiträge von 1,950 Mio. Franken den Voranschlag ins Plus. Im weiteren nahm die Generalversammlung Kenntnis von der Demission des Subinger Gemeindepräsidenten Hansrudolf Ingold aus dem «Perspektive»-Vorstand.

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