Persönlich
Der Übeltäter in der Waschmaschine

Béatrice Beyeler
Béatrice Beyeler
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Es lohnt sich, die Kleidungsstücke vor der Wäsche zu kontrollieren.

Es lohnt sich, die Kleidungsstücke vor der Wäsche zu kontrollieren.

Keystone (Symbolbild)

Ein Kratzen im Hals, die Glieder schmerzen, die Nase läuft. Und genau zum richtigen Zeitpunkt hat er einen Vorrat an Nastüechli-Päckli gekauft. Trotzdem stapfe ich mit erhobenem Zeigefinger aus dem Badezimmer. «Die darfst du nie nie nie in der Wäsche vergessen», sage ich zu meinem Freund. «Unter gar keinen Umständen, auf keinen Fall, NIEMALS!» Es seien eben nicht die der «guten Marke», die einen Waschgang in einem Stück überlebten.

Mein Freund hat eine besondere Begabung dafür, Sachen in den Taschen seiner Kleidungsstücke zu vergessen. Wir haben schon Kugelschreiber, Einwegmasken, Kaugummipäckchen, Schrauben und einen Schraubenzieher aus der Waschmaschine gezogen – einmal fand ich sogar einen USB-Stick. Überraschung: Das Ding funktioniert noch.

Botschaft angekommen, denke ich nach meiner Ansage selbstgefällig. Und so knie ich zuletzt auf dem Badezimmerboden und fluche beim Blick in die Waschmaschine. Hunderte kleine Papierfetzen überziehen unsere frisch gewaschenen Kleider. Der Übeltäter ist schnell gefunden: Er steckt in einer dunklen Jeans. In einer von meinen.

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