Nein, Insekten gibt es keine mehr. «Sie waren schon am Samstagabend ausgeschossen». 10 Kilo Grillen und Seidenraupen, geröstet und gesalzen, hatte das Thai-Food-Team nach Solothurn gebracht, alles war rasch weggeputzt. «Sie schmeckten gut, von den Insekten merkte man aber nicht viel.» Chrigu Stuber, OK-Chef seit Anbeginn, macht kurz vor Schluss des Festivals einen rundum zufriedenen Eindruck: «Das Wetter ist zu einer wichtigen Komponente geworden, und man muss es ständig im Auge behalten», verweist auch er auf unliebsame Erinnerungen ans jüngste Openair in Etziken. So stehe man ständig im Kontakt mit einem Solothurner Meteorologen – doch ausser würzigen Rauchschwaden fiel diesem nichts Spezielles im Luftraum über der Westumfahrungsbrücke auf. Denn Sonne und angenehme Temperaturen auch nachts waren auch diesem treue Festival-Begleiter.

Streetfood Festival Solothurn 2019

Streetfood Festival Solothurn 2019

Wohl die alte Rekordmarke geknackt

«Der Mix an Ständen ist wichtig. Wir wollen nicht sechs mit Momo, sechs mit Glace und sechs mit Burger. Wobei es bestimmte Stände einfach braucht», hält Stuber an einigen Stammgästen fest. Diese garantierten auch einen gewissen Output und gute Qualität – insbesondere wüssten sie auch, auf was es bei der Lebensmittelkontrolle ankommt. «Wir haben mit ihr ein sehr gutes Einvernehmen. Und bereiten die Stände auf die Kontrollen jeweils mit einem Datenblatt vor», weiss der erfahrene Event-Manager, der sonst die Mühle Hunziken in Rubigen leitet.

Dennoch, Platz für Neues gebe es immer, auch diesmal sei ein Drittel der 43 Essensstände neu gewesen. Japanische Delikatessen sind gross im Trend; Süsses wie Strudel sehr begehrt. Erika Simoncello vom Stand Poushe Strudel: «Es hat jede Menge Leute hier. Ich bin erstmals in Solothurn und sehr zufrieden.» Damit bestätigt sie Stubers Eindruck, dass noch mehr Leute als die 25'000 vom letzten Jahr sich an Köstlichkeiten aus aller Welt delektierten. «Wir können das anhand der fast 1000 Parkplätze abschätzen, die an beiden Abenden ständig voll besetzt waren.»

Das sechsköpfige OK und seine grosse Helferschar kehrten einiges vor, damit der Grossanlass ohne Nebenwirkungen abläuft. So ist die individuelle Beschallung der Stände zugunsten von Live-Musizierenden verboten, der Abfall wird strikt getrennt und das Fortwerfen übrig gebliebener Lebensmittel gezielt vermieden.

Dieses Jahr die letzten Lama-Burger

«Wir hatten die Ehre.» Angesichts der strengen Selektion aus 100 Anmeldungen freut sich Nina Lietzow, genannt der «Bio-Affe», ungemein, dass er erstmals am Aareufer präsent sein durfte. Lama-Burger, fein ausdekoriert, gibts bei seinem Team, «aber wohl letztmals in diesem Jahr.» Denn das Fleisch von einer 350-köpfigen Herde aus dem Oberländer Kiental ist rar. «Nur wenn ein Lama stirbt, gibts Burger.» Zu wertvoll sind die Tiere, die 2000 bis 15'000 Franken für einen Zuchthengst kosten. «Das Fleisch hat kein Cholesterin, ist sehr fein. Man könnte es roh geben, weiss Lietzow. Und Solothurn? «Das schönste Streetfood-Festival der Schweiz. Unbestritten!»