Mobilitätstag
Per Velo, zu Fuss – oder doch per Auto?

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie sich der Mensch durch den öffentlichen Raum bewegen kann. Welche ist die richtige? Am zweiten Mobilitätstag in Solothurn konnte man sich mit dieser Frage auseinandersetzen.

Katharina Arni-Howald
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Mobilitätstag 2015 in Solothurn
14 Bilder
Kurt Fluri eröffnet den Mobilitätstag mit einem flammendem Plädoyer für den Langsamverkehr
Gemütliches Beisammensein am Mobilitätstag
Ob sie sich wohl zum Kauf eines E-Bikes entscheiden werden?
Nationalrat Stefan Müller-Altermatt reiste mit seinem Elektromobil aus dem Thal an
Ein Flyer - Objekt der Begierde für diese Dame
Die Stadtpolizei Solothurn stellte den Kindern einen kleinen Verkehrs- und Hindernisparcours zur Verfügung
Die Stadtpolizei Solothurn stellte den Kindern einen kleinen Verkehrs- und Hindernisparcours zur Verfügung
Die Stadtpolizei Solothurn stellte den Kindern einen kleinen Verkehrs- und Hindernisparcours zur Verfügung
Ein Erinnerungsfoto vor dem Polizeiauto darf natürlich nicht fehlen
Die Infotafeln sollen die Verkehrsteilnehmer zur Rücksicht sensibilisieren
Anpreisen der neusten E-Bike Modelle
Auch mit dem Kickboard konnte der Parcours bezwungen werden
Auch mit dem Kickboard konnte der Parcours bezwungen werden

Mobilitätstag 2015 in Solothurn

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

Ob schnell und wendig mit dem Velo, gesund zu Fuss, flexibel mit dem Auto oder entspannt mit einem öffentlichen Verkehrsmittel – die Möglichkeiten, wie man sich im öffentlichen Raum bewegen kann, sind vielfältig. Das wissen alle Verkehrsteilnehmer, doch ist die Wahl stets die richtige? «Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, Gewohnheiten zu durchbrechen fällt oft schwer.» Dies sagt Jeanine Riesen. Sie ist Programmleiterin bei der Geschäftsstelle «so!mobil» und managt den zweiten Mobilitätstag im Kreuzackerpark zusammen mit den Gemeinden Zuchwil und Bellach. Der Tag steht unter dem Motto «Kombinierte Mobilität – wie bin ich clever unterwegs».

Wer es nicht eilig hat, macht Halt und schaut sich um. Ein BSU-Bus hat die Türen weit geöffnet, ein Eco-Drive-Simulator zeigt, wie man nicht nur entspannt fährt, sondern auch die Umwelt schont, und Velohändler bieten Testfahrten mit E-Bikes an. «Ich werde in einem halben Jahr pensioniert und möchte mir ein E-Bike kaufen, sagt ein Passant und fährt noch etwas wackelig davon.

Keine Bussen verteilt

Vor Ort ist auch die Polizei. Nicht um Bussen zu verteilen, sondern um an einem eigenen Stand Fragen zu beantworten und zu zeigen, wie wichtig ein geordnetes Miteinander auf der Strasse ist. «Wir sind mit verschiedenen Akteuren Partnerschaften eingegangen», sagt Jeanine Riesen. Dazu gehören auch die Arbeitgeber, mit denen «so!mobil» regelmässig Kontakt pflegt und sich wünscht, dass sie zur Entlastung des Verkehrs flexible Arbeitszeiten anbieten, Abos von öffentlichen Verkehrsmitteln mitfinanzieren und die Parkplatzbewirtschaftung im Auge behalten.

Niemand auf dem Platz zweifelt daran, dass das kontinuierlich wachsende Verkehrsaufkommen während den Stosszeiten an Grenzen stösst. Der Verkehr auf der Strasse verzehre bereits heute rund einen Drittel des Gesamtenergieverbrauchs, sind sich die kantonalen Energiestädte Solothurn, Grenchen und Olten einig. Sie führen zum zweiten Mal einen Mobilitätstag durch und geben der Bevölkerung die Gelegenheit, sich mit dem Thema Mobilität und dem eigenen Mobilitätsverhalten auseinanderzusetzen.

Dass derartige Mobilitäts- und Sensibilisierungsplattformen wichtig sind, betont Stadtpräsident Kurt Fluri in einer kurzen Ansprache. «Die Bevölkerung muss über die Wichtigkeit einer funktionierenden Mobilität und über die gesellschaftlichen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen unseres aktuellen Mobilitätsverhaltens orientiert werden.» Die Stadt Solothurn sei bereits seit 2004 Energiestadt.

«Nicht ohne zu überlegen»

Peter Baumann, Leiter Bau und Planung der Gemeinde Zuchwil betont, dass es nicht um eine Verteufelung des Autos gehe. «Etliche Leute sind auf ein Auto angewiesen.» Trotzdem würde sich ein Versuch lohnen, einmal für zwei Wochen den Autoschlüssel abzugeben und sich zu überlegen, ob es nicht auch noch umweltfreundlichere Alternativen gäbe.

Von der Gewohnheit, «ohne zu überlegen ins Auto zu sitzen und von A nach B zu fahren» warnt auch Stefan Müller-Altermatt, der das Patronat des Anlasses übernommen hat. Nachhaltige Mobilität sei nicht eine Frage des Antriebssystems. «Es ist eine Frage der Vernetzung und der Kombination von verschiedenen Bewegungsarten.» Durch das Kombinieren gewinne man nicht nur Zeit, sondern auch das Gefühl, etwas für die Umwelt zu tun.

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