Solothurner Nachtleben
Patrouillen in der Stadt: Die erste Aufregung um «Anstands-Wauwaus» hat sich gelegt

Solothurns Stadtbehörden ziehen eine durchaus positive Zwischenbilanz zur angelaufenen Toleranz-Kampagne «Ig ha Sorg zu üsere Stadt». Diese wird im August mit Flyern und Buttons intensiviert.

Wolfgang Wagmann
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Patrouillen der Firma Pantex AG unterwegs am Landhausquai. (Archiv)

Patrouillen der Firma Pantex AG unterwegs am Landhausquai. (Archiv)

Hans Peter Schläfli

«Wir treffen uns am 12. August zur Sommerbilanz am kleinen Runden Tisch. Dabei werden die Gastro-Betreiber wie die Anwohner und Nachtschwärmer sein», blickt Urs. F. Meyer. Leiter des städtischen Rechts- und Personaldienstes voraus. Nach den ersten drei Wochen der gemeinsam mit der Gastro-Szene und Anwohnerschaft entwickelten Kampagne «Ig ha Sorg zu üsere Stadt» zieht Meyer eine positive Zwischenbilanz.

Aus Sicht der Stadt seien die Massnahmen gut aufgenommen worden, relativiert er die nach dem ersten Einsatz aufgekommene Kritik an den Pantex-Nachtpatrouillen aus Basel. So sei die Akzeptanz der Patrouillen nach Anpassungen wie Verzicht auf Pfefferspraydosen und Schlagstöcken im Einsatz «deutlich gestiegen». Von der damals als Reaktion gegründeten IG «Solothurn lebt» erwartet Meyer noch immer ein entsprechendes «Manifest».

Feedback «äusserst positiv»

Die Patrouillen hätten nun ihr drittes Einsatz-Wochenende hinter sich. Meyer bestätigt, dass keine relevanten Rückmeldungen über Probleme, Zwischenfälle oder grössere Ruhestörungen eingegangen seien. So sei das Feedback der Gastrobetriebe über die eingesetzten Personen «äusserst positiv». Offenbar hätten auch die Nachtschwärmer gemerkt, dass es nicht das Ziel der Patrouillen sei, jeden Spass zu unterbinden, sondern dafür zu sensibilisieren, dass es auch Leute gibt, die in der Stadt schlafen. «Das Ziel ist weiterhin, dass die Stadt ein lebendiger Ort bleibt, die Altstadtbewohner aber möglichst nicht durch die heimkehrenden Personen gestört werden.»

 Die Plakate mit den Gastro-Betreiber - hier Markus Moerler vom "Dock" - sind offenbar begehrt.

Die Plakate mit den Gastro-Betreiber - hier Markus Moerler vom "Dock" - sind offenbar begehrt.

Wolfgang Wagmann

Begehrte Beizen-Plakate

Da es verschiedentlich Anfragen gab, ob die ausgehängten Plakate der Restaurantbetreiber gekauft werden könnten, hat die Stadt mit Region Solothurn Tourismus vereinbart, dass die Plakate im Format F4 im Tourismusbüro für 10 Franken erworben werden können. Da die Stadt nicht einfach auf Vorrat Plakate drucken möchte, sollen Interessenten die von ihnen gewünschten Plakate beim Tourismusbüro unter info@solothurn-city.ch bestellen. Sobald sie produziert seien, würden die Besteller informiert, dass die Plakate abholbereit sind. Die kleinen A3-Plakate könnten in den an der Kampagne beteiligten Lokalen auf Anfrage direkt bezogen werden.

Wer alles dabei ist und wer noch fehlt

Die Liste der bisher teilnehmenden Gastrobetriebe ist eindrücklich - so sind dabei The Dock, das SolHeure und Salzhaus, die Hafebar, Cafébar Landhaus, Cafébar Barock, das Restaurant Chutz, der Fryhof, die Genossenschaft Kreuz, Shipyards, die Tiger Bar, No.19, die Grüne Fee, Aarebar und Il BAR, Mediterrane Leckereien soowie Piano Wrap. Auffallend: Mit dem Pub Red John fehlt eines der wichtigsten Ausgehlokale am Landhausquai. Druck mache man jedoch nicht, so Urs F. Meyer, «und wir haben dort auch keine Probleme – wie überall, wo die Leute bei oder in den Gastrobetrieben sind». Die Hauptproblemzone bleibe die Zeitspanne nach der Schliessung der Lokale.

Nun kommen die "Verhaltensplakate"

Ab Anfang August werde dann mit dem Aushang der sogenannten «Verhaltensplakate» begonnen. Zudem soll die Kampagne in den sozialen Medien intensiviert werden, begleitet durch das Verteilen von Buttons. «Das Ziel ist, dass sich eine Solothurner Community bildet», hoffen die Stadtbehörden. Eine Community aller, die «Sorge tragen zu unserer Stadt und sich dafür einsetzen, dass uns diese gute Situation erhalten bleibt».