4. Light Run Solothurn

Party-Laufen - einfach so zum Spass: 1800 Teilnehmer liefen, tanzten und feierten durch die Stadt

Am vergangenen Wochenende fand der wohl bunteste Schweizer Volkslauf statt. 1800 Teilnehmer, darunter 60 Prozent Frauen, begaben sich auf den 4. Light Run durch Solothurn.

Sieger der anderen Art sind irgendwie alle Involvierten geworden am 4. Solothurner Light Run. Und so feiert jede und jeder und jede auf eine Art.

Unter den hunderten von Schweizer Volksläufen hebt sich der Light Run in Solothurn ab. Er ist anders. Und was sich sagen lässt: Kaum ein Lauf ist so farbig, fröhlich, kommunikativ, jung, kreativ, aber auch so laut, so jung und weiblich. Was fehlt, ist das Kompetitive. Nebensächlich ist die Zeit. Sie wird nicht gemessen. Der Light Run ist Erlebnis pur.

Und der Anlass fasziniert breit. Die vierte Austragung animierte rund 1800 zur Teilnahme: Frauen, Männer, von ganz jung bis gehörig alt. Unterwegs gemütlich, laufend, schlendernd, rennend, den Rhythmus variierend. Oftmals in kleineren oder grösseren Gruppen, paarweise und nur vereinzelt allein geschieht das Vorwärtsziehen. Es wird geplaudert, gescherzt, getratscht, gesungen, getrunken, nicht nur Wasser und Isotonisches. «Gäll, Papi, hier geht es nicht darum, möglichst schnell ins Ziel zu kommen?» erkennt eine Neunjährige, «gäll, da geht es ums Geniessen und den Plausch?» Der Vater bejaht.

Der bunte Tatzelwurm zieht kreuz und quer durch die Stadt an den beleuchteten Sehenswürdigkeiten vorbei. Er fasziniert auch Publikum – und zwar ein Publikum, wie es die «gewöhnlichen» Laufevents kaum anziehen. Irgendwie schient’s als seien die «Light Runner» dem gemeinen Samstagabend-Stadtgänger näher. Da spielt verbale und nonverbale Kommunikation.

Auf Anklang stossen bei Teilnehmerinnen, Teilnehmern und Zuschauern die stets ändernden Installationen. Optisch und motorisch fordern sie: Über den mit Luft gefüllten Gummistrand mit der Gummiente übers Gummibassin, durchs Becken mit den Styropor-Kugeln, und, und und. Gefordert ist nicht nur die Ausdauer, sondern auch das Kognitive. «Wir waren schon letztes Jahr dabei, und die Installationen und Lichteffekte begeisterten uns», sagen die Aargauerin Moni und die beiden Luzernerinnen Fabienne und Babs. Ihnen als Nichtläuferinnen gefällt die Abwechslung wie die Stimmung und das Nichtkompetitive.

Und ähnlich ergeht es einer Vielzahl. Auch Sportlern. Robert, ein ambitionierter Läufer, ist zum vierten Mal dabei. Mitgenommen hat er erstmals den Arbeitskollegen Dominique, einen Fussballer. «Der LIGHT RUN bietet eine gelungene Abwechslung», sagen sie. Eine Befragung der Teilnehmer untermauert die Vielfalt. Rund die Hälfte gibt an, nicht «besonders sportlich» zu sein.

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