Solothurn
Parkplätze aufs Trottoir verschoben, damit Busse ungestört fahren können

Im Solothurner Hubelmattquartier wird eine grosse Tempo-30-Zone geschaffen. Die ursprünglich vorgesehenen Begleitmassnahmen bei der Kantonsschule werden nun aber angepasst - für eine störungsfreie Fahrt der Linienbusse.

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Autos und Bus können am Herrenweg nicht gut kreuzen. Deshalb sollen die Parkplätze auf der linken Seite aufs Trottoir verschoben werden.

Autos und Bus können am Herrenweg nicht gut kreuzen. Deshalb sollen die Parkplätze auf der linken Seite aufs Trottoir verschoben werden.

Wolfgang Wagmann

Einerseits werden die Längsparkplätze entlang des Herrenwegs wieder ca. 70 cm auf das Trottoir verschoben. Mit dieser Massnahme kann der Bus mit Personenwagen kreuzen und muss nicht wegen entgegenkommender Fahrzeuge warten. Andererseits werden vorgesehene Fahrbahnverengungen an zwei Standorten in der St. Niklausstrasse, einen im Kirchweg und zwei in der Wengisteinstrasse weggelassen. Dank diesen beiden Massnahmen kann Fahrzeit kompensiert werden, teilt die Solothurner Stadtkanzlei am Montag mit.

Diskutiert wurden die Massnahmen nach dem Entscheid des Gemeinderats vom Dezember 2013, eine grosse zusammenhängende Tempo-30-Zone im Hubelmattquartier zu schaffen. BSU-Direktor Fabian Schmid hatte anlässlich der Diskussion im Rat nämlich die Auswirkungen und möglichen Konsequenzen des Entscheids für den BSU aufgezeigt. Er hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass nicht die zulässige Maximalgeschwindigkeit entscheidend ist, sondern die störungsfreie Fahrt. Mit Massnahmen wie der versetzten Parkplätze, dem konsequenten Rechtsvortritt oder der Verengungen des Strassenraums würde zwar auf die Autos gezielt, schlussendlich jedoch der Bus stark beeinflusst. Mit zwölf bis achtzehn Metern Länge ist dieser viel weniger wendig und langsamer beim Beschleunigen als ein Auto.

Unter den Gegebenheiten des Gemeinderatsbeschlusses beurteilte der BSU die Änderung der Fahrstrecke als wahrscheinlichste Option, um den Fahrplan trotz Tempo 30 einhalten zu können. Eine mögliche Variante sah vor, dass der Amthausplatz nicht mehr bedient würde. Als Alternative dazu erwähnte Schmid eine busfreundlichere Gestaltung des Strassenraums an neuralgischen Punkten.

Gemeinsam mit dem Busunternehmen Solothurn und Umgebung wurden die ursprünglich vorgesehenen Begleitmassnahmen aber so angepasst, dass es der Buslinie 4 weiterhin möglich bleibt, den engen Fahrplan einzuhalten. Das teilt die Stadt Solothurn am Montag mit. Eine Änderung der Linienführung werde somit nicht notwendig.

Da die heutige Linienführungen der Linie 4 bezüglich Fahrzeit und Erschliessungsdichte als optimalste angesehen werden muss, suchten der BSU und die Stadt Solothurn zusammen mit dem AVT und den beauftragten Fachleuten nach Lösungen, die für den Bus trotz Tempo-30-Zone vertretbar sind. Mit den beiden Massnahmen (versetzte Parkplätze und keine Fahrbahnverengungen) hofft man, die Fahrpläne trotz Tempo-30-Zone auf der St. Niklausstrasse einhalten zu können.

Andere Umsetzungsmassnahmen

Weitere Massnahmen, die mit der Umsetzung von Tempo 30 vorgesehen sind, betreffen vor allem die Fussgängerstreifen und die Eingangssignalisation. So wird der Knoten St. Niklausstrasse / Herrenweg umgestaltet. Neu gilt an diesem Knoten Rechtsvortritt. Ein Fussgängerstreifen wird auf dieser Kreuzung beibehalten, während die anderen aufgehoben werden. Die übrigen Fussgängerstreifen im betroffenen Gebiet werden wegen der Schulen mehrheitlich beibehalten. Bei der nördlichen Bushaltestelle beim Alterszentrum Wengistein wird ein zusätzlicher Fussgängerstreifen markiert.

Die Eingangsbereiche in die Tempo-30-Zone werden mit den gleichen Signalisationen markiert wie die bereits realisierten Tempo-30-Zonen. Die anfangs ebenfalls diskutierten Berlinerkissen anstelle der Fahrbahnverengungen werden nicht gebaut.

«Sollte sich aber zeigen, dass die Massnahmen für die Einhaltung von Tempo 30 nicht ausreichen, müssten zusätzliche Bauten zur Verlangsamung des Verkehrs wie beispielsweise Berlinerkissen geprüft werden», schreibt die Stadtkanzlei.

Die öffentliche Auflage erfolgt Anfang September, dabei wird zusätzlich zum Auflageplan 1:1000 auch das Detailgutachten von Sigmaplan öffentlich aufgelegt. (mgt/ldu)