Solothurn
Parkplatz geplant: Der Hinterhof des Hotels Krone wird zum Zankapfel

Gegen das Umbauprojekt sind mehrere Einsprachen eingegangen. Auch der Parkplatz im Hof stösst nicht überall auf Zustimmung. So wehrt sich die Altstadtkommission mit der Begründung, der Lärm könnte Gäste auf der Terrasse stören.

Wolfgang Wagmann
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Die Terrasse soll bleiben, der Hof ein Parkplatz werden
12 Bilder
Die Terrasse zum Hof erinnert an Dornröschen
Im Süden Parkplätze im Norden ein verwildeter Barockgarten
Aus dem verwilderten Kronegarten in Solothurn wird ein Parkplatz
Die Natur ist aktiv
So sah der Kronengarten in den besten Zeiten aus
Letzten Frühling wurde der Hof noch für eine Gartenausstellung benutzt
Als Ausstellungsfläche ist der Hof sehr repräsentativ
Es gibt schon Parkplätze am Fuss der Jesuitenkirche
Der Parkplatz südlich des Kronenhofs
Die Zufahrt zu den bestehenden aber auch künftigen Parkplätzen erfolgt von der Theatergasse her
So soll das Hotel Krone ab 2015 aussehen

Die Terrasse soll bleiben, der Hof ein Parkplatz werden

Wolfgang Wagmann

Im Frühling 2015 sollte sie in neuer Pracht zum Übernachten und Dinieren laden: die «Krone». Geführt wird das Haus künftig von der Genossenschaft Baseltor; umbauen will das Hotel und den Leist-Trakt ein Immobilienfonds der Credit Suisse für 20 Mio. Franken.

Doch nun erwächst der Baurechtsnehmerin von Stadt und Kanton Opposition: «Es gab zwei Einsprachen», bestätigt CS-Projektleiter Martin Munz. Materiell habe man die Einsprachen noch nicht geprüft, deshalb sei auch nicht abzuschätzen, ob sich damit der Anfang 2014 geplante Baubeginn verzögere. «Wir müssen zuerst eine Lagebeurteilung vornehmen.»

Noch ist nichts definiert

Sogar von drei Einsprechern und vier Einsprachen hatte zuvor Stadtschreiber Hansjörg Boll gesprochen. Bei einem sei nicht sicher, ob er überhaupt zur Einsprache legitimiert sei. Inhaltlich äussert sich Boll auch nicht, doch bei dieser Ausgangslage scheint es sowohl um die geplanten Parkplätze im Hof wie um den Umbau selbst zu gehen - gibts doch dafür zwei separate Baugesuche. Der Stadtschreiber ist übrigens auch VR-Präsident der Hauptgasse 64 AG und führt damit die so benannte Immobiliengesellschaft der Genossenschaft Baseltor.

Eine Verzögerung des Umbaus wirke sich für die Genossenschaft nicht speziell nachteilig aus, «unser Vertrag tritt erst in Kraft, wenn wir einziehen können». Nicht glücklich ist dagegen Boll über den letztjährigen Entscheid, die ebenfalls zum Kauf angebotene «Kronen-Garage» an der Seilergasse nicht auch zu erwerben - sie ist im Besitz der Hoteliersfamilie Dörfler verblieben.

Als künftige Hotelbetreiber hätte die Genossenschaft Baseltor diese Parkmöglichkeit gerne im Angebot gehabt, lässt Boll durchblicken. Zumal die künftige Situation im Hinterhof der «Krone» noch überhaupt nicht definiert sei.

Sofern die acht Parkplätze erstellt werden (können), gebe es noch keinen Verteiler zwischen dem Hotel und dem durch die Credit Suisse vermieteten Leist-Trakt, der neben Wohnungen auch Geschäftslokalitäten umfassen wird. «Insgesamt müssten Hotel und Leist-Trakt-Vermieter 35 Parkplätze in der Parking AG einkaufen», so Boll, und zwar im Verhältnis von drei (CS) zu acht (Hotel/Genossenschaft Baseltor).

Veto der Altstadtkommission

Im Hof muss der 2001 durch Marie-Thérèse Dörfler im Barockstil erstellte Garten beim Umbau ohnehin dem Kran weichen. Dennoch wehrt sich die Altstadtkommission dagegen, dass dort acht neue Parkplätze entstehen, die über das Nachbargrundstück mit bereits neun Parkplätzen sowie deren Zufahrt an der Theatergasse erschlossen würden.

«Das gäbe neu einen Riesenparkplatz mit Abgasen und Lärm für alle Gäste, die auf der Terrasse Erholung suchen», erklärt die noch bis 1. November amtierende Komissionspräsidentin Jacqueline Heim. Der Barockgarten sei nicht unbedingt zu ersetzen, ein begrünter Innenhof aber dem Parkieren vorzuziehen. «Auch wenn dort früher die Hofdurchfahrt mit einem Abstellplatz für Kutschen war, so muss man doch nochmals über die Bücher.»

Die Parkplätze würden über ein separates Baugesuch laufen, «deshalb verzögert sich der eigentliche Umbau nicht. Dieser ist ja an sich ein sinnvolles Projekt». CS-Projektleiter Martin Munz dagegen meint lakonisch: «Wir halten an den Parkplatzplänen fest.»