Der Musiktag der Musikverbände Solothurn-Lebern und Wasseramt begann mit einer Überraschung. Was in den letzten Jahren nirgends gelungen war, schaffte nun die Stadtmusik Solothurn. Der Landhaussaal, in dem die Expertenkonzerte stattfanden, war schon beim ersten Verein erstaunlich gut besetzt. Dass sich so viele Blasmusikliebhaber bereits um 8 Uhr morgens ein Konzert anhören wollten, freute besonders die Musikantinnen und Musikanten. Bloss vor den beiden Experten Andreas Kamber und Peter Danzeisen zu spielen, blieb ihnen erspart.

Das Publikum hatte sein Kommen nicht zu bereuen. Es kam in den Genuss von 15 völlig unterschiedlichen Konzertvorträgen. Das ungeliebte Los, als erster aufzutreten, traf die Vereinsmusik Kriegstetten. Unter der Direktion von Hans Burkhalter setzte sie mit der 2001 entstandenen «Alpina Saga» von Thomas Doss eine erste Marke. Eine weitere setzte die Brass Band Solothurn unter Martin Bütikofer. Zwischen einem duftigen Euphonium-Beginn und einen fulminanten Timpani-Schlusswirbel packte Oliver Waespi sechs rätoromanische Lieder in sein «Legenda rumantscha».

Die Stadtmusik Grenchen (Direktion Rainer Ackermann) zelebrierte die vier unterschiedlichen Sätze von Bert Appermonts «Jericho». Einen Höhepunkt lieferte die Harmonie Biberist unter Heinz Schönenberger. Zehn Minuten voller Kraft und Brillanz machen «El Camino Real» zu einem bedeutenden Blasmusikwerk. Der damals 65 jährige Amerikaner Alfred Reed (1921-2005) packte 1986 seine ganze Routine in diese tolle Komposition.

Monsterkorps setzt Schlusspunkt

Freude bereiteten die Concertband Langendorf und die Blaskapelle Konkordia Solothurn mit ihren Unterhaltungskonzerten in der Reithalle zum Mittagessen. Die Bedenken, die um die Mittagszeit durch bedrohliches Dunkel am Westhimmel aufkamen, erwiesen sich als unbegründet. Nach dem Mittagessen und dem Festakt hatte sich der Himmel wieder aufgehellt. Erstmals an einem Musiktag richtete sich beim Festakt der neue Kantonalpräsident Christian Röthlisberger an die Musikantinnen und Musikanten und ihre Gäste. Die Präsidentin des Musikverbandes Wasseramt, Kathrin Feder ehrte, die neuen Veteranen aus ihrem Verband, Toni Galliker übernahm die Ehrung für die Veteranen aus dem Musikverband Solothurn-Lebern (nebenstehend aufgelistet). Danach konnte die Parademusik in der Altstadt unter idealen Bedingungen beginnen. Gemäss der Tradition ging der durchführende Verein, diesmal also die Stadtmusik Solothurn, geleitet von Anton Helscher als erstes Korps auf die Strecke. Die führte von der Gurzelngasse ostwärts durch die dichten Zuschauerreihen auf der Hauptgasse.

Nicht ganz unerwartet sicherten sich zwei Brass Bands die höchsten Punktzahlen der beiden Experten. Die einheimische Brass Band (Direktion Martin Bütikofer) setzte sich mit 95 Punkten um einen Punkt vor die Brass Band Lommiswil (Direktion Roger Müller). Deren 94 Punkte wurden jedoch durch den bestklassierten Harmonieverein die MG Harmonie Biberist (Direktion Heinz Schönenberger) egalisiert. Allerdings zeigten alle 13 Musikkorps Parademusik auf hohem Niveau und holten sich den verdienten Applaus. Zum eindrücklichen Abschluss stellten sich die 500 Musikantinnen und Musikanten auf der St. Ursentreppe registerweise zum Gesamtchor auf. Unter der Leitung von Anton Helscher eröffnete das Monsterkorps mit dem Marsch «Arosa» von Oscar Tschuor den Auftritt. Mit gefühlter Ehrfurcht intonierte es danach Joseph Walters eindrückliches «Festliches Präludium». Den Abschluss bildete der «Solothurner Marsch» den Stephan Jaeggi ja eigentlich für die Stadtmusik schrieb.