Solothurn
Papier als Grundnahrungsmittel

Der Solothurner Künstler Ruedi Fluri zeigt zum ersten Mal im Kunstmuseum Solothurn einen Querschnitt seines Schaffens. Eine Entdeckung.

Fränzi Rütti-Saner
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Arbeiten des Solothurner Künstlers Ruedi Fluri
7 Bilder
Verwandt mit Ruedi Fluris Kunst: «Not I» von Andrea Wolfensberger.
Ein Zugobjekt, das man nach verschiedenen Seiten dehnen kann.
Ruedi Fluri vor einem seiner Werke
Im Garten des Kunstmuseums steht der filigrane Turm «Faltwerk».
Noch ein Turm: «Stampfwerk» – Zeitungspapier wird zum Baustoff.

Arbeiten des Solothurner Künstlers Ruedi Fluri

Erinnern Sie sich an den Modellbogen «Schloss Sargans», den man als Schüler gerne für einen Franken mit nach Hause nahm?

Ruedi Fluri, der heute 66-jährige pensionierte Lehrer an der Hochschule für Gestaltung in Zürich, erzählt heute noch von seinem Hochgefühl, als er an diesen Modellbogen arbeitete. Und auch heute noch sind es Papiermodelle, modular aufgebaute Gebilde aus Karton oder gestampftem Zeitungspapier, die ihn als Künstler interessieren.

Fluri ist einer, der sich zwischen Kunst und Architektur bewegt. Seine Türme, Hüte, Fassaden, Dosen sind jeweils möglichst aus einem Papierbogen gefaltet und geschnitten und den Bauplänen der Natur angelehnt.

Ihn interessiert die Spannkraft seines Werkstoffes, den er bis zum Ende strapaziert. Schwerkraft, Gleichgewicht und Statik müssen stimmen. Es ist die gedankliche Arbeit hinter seinen Objekten, die sie so faszinierend machen.

Fluri ist aber einer, der nie alleine in seinem Atelier arbeitet. Er will seine Ansichten nach aussen tragen, seine Objekte mit anderen verwirklichen. Ihm haftet etwas Aufklärerisches, Didaktisches an. Sicher ein Grund, warum er Zeit seines Berufslebens Dozent geblieben ist.

Ruedi Fluri hat eigens für die Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn einige seiner kleinen Modelle als grosse Kartonskulpturen angefertigt. Und sie funktionieren – ob in den Ausstellungssälen oder im Garten des Museums. Ebenfalls ist dem Pädagogen wichtig, in der Ausstellung einen Werkstatttisch aufzustellen, an dem Besucher eigene, an Fluris Arbeiten angelehnte Objekte kreieren können. Und zu guter Letzt hat Kurator Christoph Vögele Kunstschaffende die Fluris Arbeit aufnehmen in einem Saal den Arbeiten des Solothurners gegenübergestellt. Eine tolle Schau mit vielen überraschenden Einblicken und Einsichten.

Bis 2.11. Anmeldung für Workshops, Tel. 032 624 40 00. www.kunstmuseum-so.ch