Solothurn
Öufi-«Flaggschiff» reist ins Puschlav, ein neues Boot ist im Umbau

Die neuen Eigentümer der Öufi-Flotte haben das Boot «MS Jurablick» verkauft und ein neues, flacheres gekauft. Eine weitere Neuerung: Der Verein Schiffaare kann im Sommer in Feldbrunnen einen neuen Anlegesteg eröffnen.

Wolfgang Wagmann
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Die MS Jurablick wurde von drei Hoteliers erworben und wird ins Puschlav gefahren. Hier am Julierpass.
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Verein Schiffaare: MS Jurablick wird gezügelt
Es geht runter ins Puschlav.
Endlich in Posciavo
Warmer Empfang in Posciavo.

Die MS Jurablick wurde von drei Hoteliers erworben und wird ins Puschlav gefahren. Hier am Julierpass.

Peter-Lukas Meier

Seit acht Jahren fördert der Verein Schiffaare getreu seinem Namen den Tourismus entlang und auf der Aare. Hauptpartner ist die im Solothurner Bootshafen stationierte Öufi-Flotte. Nun musste Vereinspräsident Peter-Lukas Meier an der Generalversammlung einschneidende Änderungen bekannt geben: «Betreiber Fred Fankhauser hat uns letzten Sommer informiert, dass er anstelle des MS Jurablick ein grösseres, flaches Boot kauft, damit er mit diesem besser unter den Brücken durchfahren könnte.»

Ein Boot sei praktisch schon erworben gewesen, dann habe sich der Kauf in letzter Minute zerschlagen. Was offenbar mit zum weiteren Entscheid beigetragen habe, gleich die ganze Öufi-Flotte zu veräussern. «Es war auch gar nicht einfach, ein neues, geeignetes Boot zu finden, sind doch die gesetzlichen Hürden sehr hoch», so Meier weiter.

Neue Betreiber und Eigentümer der Öufi-Boote sind Iwan und Brigitte Pfyl, die auch gerade mit einer guten Nachricht aufwarten konnte: In Neuchâtel werde das dereinstige, neu erworbene Boot mit dem künftigen Namen MS Wyssestei überholt.

Die MS Viking im Wasser
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Das künftige MS Wyssestei in Neuchatel.
Das Heck des künftigen MS Wyssestei.
Das Oberdeck der künftigen MS Wyssestei.

Die MS Viking im Wasser

zvg

Es werde 50 Plätze aufweisen und verfüge auch über eine Toilette. «Es wird rot-weiss gestrichen und Mitte Sommer eingewassert. Wir sehen für das neue Boot ein Riesenpotenzial», erklärte sie. Und informierte, dass ihr Mann noch ein halbjähriges Praktikum absolviere und im August das notwendige Schiffsführer-Patent gemacht haben sollte.

Eine abenteuerliche Reise

Brigitte Pfyl wurde in den in globo bestätigten Vereinsvorstand aufgenommen, dem auch Fred Fankhauser weiter angehört. «Ich wollte die Flotte immer anpassen und deshalb habe ich ein neues Schiff gesucht», erklärte dieser seinen Schritt, der auch dazu geführt hatte, dass das alte, 1919 gebaute Öufi-«Flaggschiff» MS Jurablick von drei Hoteliers in Poschiavo erworben worden ist und ab diesem Sommer auf dem dortigen Stausee durchs Puschlav tuckern soll.

Im Herbst hatte das 18-Meter-Schiff eine spannende Reise per Tieflader über den Julier und Bernina angetreten – das Abenteuer à la «Fitzcarraldo» dokumentierte Peter-Lukas Meier anhand eindrücklicher Fotos.

Fankhauser dagegen begründete seinen Schritt, dass der Betrieb als Alleinunternehmen zu belastend geworden sei und er sich auf seine bisherige Motorboot-Fahrschule in Solothurn und neu in Mallorca konzentrieren möchte.

Neue Anlegestege sind geplant

Eigentliches Hauptgeschäft des Vereins war aber der neue Landesteg in Feldbrunnen, dessen ehemaliger Gemeindepräsident Rolf Studer Hauptinitiant und -beschaffer von fast 70'000 Franken Sponsorengeldern war. Mit einem grösseren, flachen Boot, das die Wengibrücke unterqueren kann, sieht Studer ebenfalls grosses Potenzial für den neuen Steg.

Einen weiteren möchte der Verein Schiffaare, der sich mit 5000 Franken am Steg in Feldbrunnen beteiligt hatte, in Luterbach realisieren. Während derjenige in Feldbrunnen noch diesen Sommer eingeweiht werden kann, ist das Vorhaben gegenüber, von dem man sich mit den dortigen Firmenansiedlungen auch einiges verspricht, noch unsicher.

Kassier Kurt Ochsenbein, selbst Luterbacher: «Alle hatten Freude an der Idee einer touristischen Erschliessung dieses Aareabschnitts. Ausser das kantonale Amt für Umwelt, weil im Emmenspitz eine nationale Schutzzone für Vögel mit einem Boot-Fahrverbot vom Herbst bis in den Frühling besteht.»

Andere Probleme sah in seiner Info-Runde Lothar Kind, der für die Infra Attisholz das Gebiet Attisholz Nord einer Neunutzung zuführen möchte: «Uns fehlt eine Verkehrsanbindung für den Langsamverkehr von Solothurn her - auch zu Wasser», machte er sich für die erwünschte Aarequerung im Emmenspitz stark.

Bei gut 1200 Franken Gewinn steht der Verein mit 62 Mitgliedern finanziell gesund da. Abgeschafft wurde zudem der Status Passivmitglied.