«2000 Bilder sind schon weg. Ich hoffe, dass wir 3000 schaffen.» Peter-Lukas Meier, Organisator des 19. Kunstsupermarkts, ist sichtlich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf in der Rothus-Halle. Die ersten Wochen sind um, noch dauert die Verkaufszeit bis zum 6. Januar.

«Erfahrungsgemäss ist am Anfang der Run am grössten. Es hatte auch immer viel Publikum in der Halle. Und die Leute sind kauffreudiger als in anderen Jahren», hat Meier bisher festgestellt.

«Mit 40 Bildern müsst Ihr erst gar nicht anfangen»

7000 Bilder waren insgesamt verfügbar, einige sehr erfolgreiche Kunstschaffende hätten auch schon nachgeliefert, «Wir halten sie ständig auf dem Laufenden, was ihren Verkauf anbelangt», meint der routinierte Organisator.

Und etlichen, die schon in den Vorjahren dabeigewesen sind und zu den erfolgreichsten Anbietern zählen, hat er schon im Voraus empfohlen, mit genug Unikaten in Solothurn aufzukreuzen. «Mit 40 Bildern müsst Ihr gar nicht erst anfangen», empfiehlt ihnen Meier.

Genug Unikate für alle

Alle, die es aber bis jetzt nicht in die Vorstadt geschafft haben, kann der Kunstsupermarkt-Macher beruhigen: «Es hat noch genug Bilder für alle.» Es gebe zwar niemanden, der praktisch noch nichts verkauft habe, doch einige Namen stechen – meist regelmässig – aus dem riesigen Angebot heraus: So verkauft ein Wiener mit dem Künstlernamen Golif seine abstrakten Gesichter hervorragend. «Sie sind sehr plakativ», findet Peter-Lukas Meier.

Immer ganz vorne liegt Soraya Luyeh, «sie ist schon seit drei, vier Jahren dabei». Aber auch die Werke der Französin Hélène Fuhs oder der sehr erfolgreichen Kinderbuch-Illustratorin Simona Dmitri bleiben nie lange in den Regalen. «Wir leben davon, dass wir hier so viele Stile haben», erklärt Meier, «so funktioniert Abstraktes immer, und auch das Thema Kühe zieht.»

Der Trend zu grossen Bildern

Eher Kleinformatiges ab 99 Franken, dann zu 199, 399 oder 599 und entsprechend jeweils etwas grösser – das war seit je das Standbein des Kunstsupermarktes. «Viele kaufen solche eher kleinen Bilder und fragen dann: Habt ihr noch etwas Grösseres?» Meier hat. In der Preislage zwischen 650 und 3000 Franken. «Damit sind die Grossformate immer noch sehr günstig.» Und wichtig für den Organisator: Die Kunstschaffenden bestimmen den Preis.

Noch immer zu haben ist jedoch der Eye-Catcher in der Halle: Der Flughund von Stefan Bucher aus Nebikon interessierte zwar einen der 300 Reichsten der Schweiz intensiv – zu einem Verkauf des an der Decke hängenden Objekts für 9000 Franken ist es jedoch bisher nicht gekommen.

Kein Schaufenster in der Altstadt

Schade findet Peter-Lukas Meier, dass er die Leute nicht mit gezielter Werbung in der Altstadt über die Aare lotsen kann. Bemühungen, dafür ein prominentes leeres Schaufenster in bester Lage zu mieten, scheiterten an völlig überrissenen Preisvorstellungen. «Damit hätte ich gerne die Laufkundschaft an Samstagen abgeholt.»

So verlässt sich der versierte Marketing-Mann auf Promotionstouren in grösseren Schweizer Städten – beispielsweise während einer Oktoberwoche im Manor an der Zürcher Bahnhofstrasse. «aufwendig, aber wir planen solche Aktivitäten schon jetzt für nächsten Sommer auf das 20-Jahr-Jubiläum des Kunstsupermarktes hin.»

«Natürlich haben wir Akt-Bilder»

Erstaunt, ja belustigt zeigt sich Peter-Lukas Meier über die Abhänge-Aktion im Oltner Kantonsspital, bei der die Darstellung von weiblicher Nacktheit offenbar für die Verbannung der Bilder von Jörg Binz gesorgt hatte. «Selbstverständlich haben wir auch Akt-Bilder hier. Und es gibt Leute, die solche suchen.» Er zeigt auf Eindeutiges in einem Stapel Bilder. «Aber deswegen gab es bei uns noch nie Diskussionen.»

Geöffnet: Montag bis Freitag von 14 bis 20 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. 25. Dezember und 1. Januar geschlossen. 24./26./31. Dezember und 2. Januar von 11 bis 16 Uhr geöffnet.