«Erstens sind wir hier nicht auf dem Weissenstein und zweitens ist der Wetterbericht recht gut.» Nein, das Kantonalschwingfest von morgen Sonntag wird nicht wie letzten Sommer der Bergschwinget auf dem Hausberg abgebrochen. Im Gegenteil: Es wird mit einem Publikumsaufmarsch der Extraklasse gerechnet. Thomas Zindel, der für den Schwingclub Solothurn im OK arbeitet: «Wir verfügen über 1527 Tribünenplätze, 675 Rasensitzplätze und gut 800 Stehplätze. Insgesamt erwarten wir 2500 bis 3000 Zuschauer.»

Morgen wirds vor allem noch Stehplätze an der Tageskasse geben, dazu noch eher knappe Kontingente von 200 Rasensitzplätzen und 150 Tribünenplätze zu je 25 Franken. «Damit haben wir einen der grössten Sportanlässe dieses Jahres in der Stadt Solothurn organisiert», meint Zindel im Hinblick auf den prominenten Aufmarsch der Schweizer Schwinger-Elite. Wird doch das 130-köpfige Teilnehmerfeld von keinem Geringeren als «König» Wenger Kilian angeführt, dazu kommt der Erstrangierte der Jahresbestenliste vom Vorjahr, der Einheimische Gisler Bruno, oder mit Bieri Christoph ein weiterer «ganz Böser», zu denen übrigens der Lokalmatador Zindel Thomas mit seinen drei eidgenössischen Kränzen durchaus auch zu zählen ist.

Es geht um den Stier Hercules

Sechs Gänge gibts, ehe morgen im Schlussgang von 16.45 Uhr ausgemarcht wird, wem der 1200 Kilo schwere Stier Hercules im Wert von 4000 Franken zufällt. «Am Montagabend muss alles wieder weg sein», blickt der zweite Vize-OK-Präsident, Philipp Sterki, der als weiteren Organisator den Skiclub Günsberg vertritt, schon fast etwas wehmütig über die Arena.

Seit dem Dienstag wurde sie von 280 Helferinnen und Helfern, darunter auch einer Zivilschutz-Abteilung, regelrecht aus dem Boden gestampft, «insgesamt haben wir zehn Lastwagen mit Anhängern voll Material verbaut.» Auf 300 000 Franken beläuft sich das Budget der beiden Vereine für den Grossanlass. «Nicht im Budget ist der Gabentempel», ergänzt Thomas Zindel, «dieser ist dank unseren Gabenspendern zusammengekommen.» Denn auch am Kantonalschwingfest gilt das Motto: «Jeder Schwinger erhält eine Gabe.»

Wenn morgen ab 9 Uhr in den vier Sägemehlringen erstmals an die Hosen gegriffen wird, geht das Fachsimpeln los – inbegriffen die obligaten Diskussionen um die Einteilung. Wie populär der Schwingsport inzwischen geworden ist, zeigt sich übrigens auch daran, dass 300 Schwingbegeisterte ein sogenanntes «Hose-lupf-Package» geordert haben – vom Schwingerzmorge bis zum Schlussgang-Jubel ist «alles inbegriffen».