Amtsgericht Solothurn-Lebern

Organisator der illegalen Party wird zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt

Zwei der drei Jugendlichen, welche Verdächtigt wurden, die illegale Party in der ehemaligen Druckerei Vogt-Schild organisiert zu haben, wurden vor dem Amtsgericht freigesprochen. Der dritte Angeklagte wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.

Einzelrichter Simon A.*, Sascha G.* und Andreas L.* wurde vorgeworfen, die illegale Party in der leer stehenden Liegenschaft der ehemaligen Druckerei Vogt-Schild in Solothurn vom November 2010 organisiert zu haben.

Deshalb mussten sie sich anfangs dieser Woche vor dem Richteramt Solothurn-Lebern verantworten. Der Staatsanwalt forderte für alle drei Beteiligten bedingte Geldstrafen; die amtlichen Verteidiger hingegen vollumfängliche Freisprüche in den Hauptanklagepunkten. Einzelrichter Claude Schibli folgte in zwei von drei Fällen den Verteidigern.

Sascha G. und Andreas L. wurden nämlich in den Hauptanklagepunkten «aus Mangel an Beweisen» freigesprochen und «nur» je in einem Nebenanklagepunkt zu bedingten Geldstrafen im kleineren Umfang verurteilt. Sascha G. wegen Landfriedensbruch: er hatte sich im Januar 2012 in Bern an einer nicht bewilligten Demonstration gegen das WEF beteiligt, und Andreas L., weil er vorsätzlich einem Aufgebot des Zivilschutzes nicht Folge leistete.

«Simon A. war Organisator»

Anders sieht die Situation bei Simon A. aus, dort hätten die Indizien schwerer gewogen. Allen voran die handschriftliche Notiz, die bei einer Hausdurchsuchung in seinem Zimmer gefunden wurde.

Darauf waren dieselben Getränke aufgelistet, die auch an der illegalen Party konsumiert wurden. Zudem eine Aufteilung der Kosten sowie Gewinnprognosen bei einer Anzahl Personen, die in etwa übereinstimmte.

«Es war mehr als nur ein reiner Bestellzettel», so das Gericht. Ein weiteres Beweis sei, dass die eine Zeugin - die Mitarbeiterin der regionalen Landi-Filiale, wo die 800 Liter Bier zuvor gekauft wurden - ihn ganz klar als den Besteller identifizierte.

Zusammen mit weiteren Indizien ergebe sich so ein abgerundetes Bild. Simon A. wurde wegen qualifizierter Sachbeschädigung (grosser Schaden) verurteilt. Vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs wurde er jedoch freigesprochen, da man ihm nicht nachweisen konnte, dass er selber an der Party anwesend war.

Weil aber laut Gericht erstellt ist, dass er massgeblich an der Organisation der Party beteiligt war, machte er sich der Gehilfenschaft zum mehrfachen Hausfriedensbruch schuldig.

Schibli verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 110 Franken bei einer Probezeit von drei Jahren. Ihm werden sieben Tage Untersuchungshaft angerechnet, womit sich die bedingte Geldstrafe auf 83 Tagessätze reduziert.

Die Zivilforderungen der Privatklägerschaft (Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und Solothurner Zeitung AG) werden nicht im geltend gemachten Mass zugesprochen. Laut Gericht wurde Schadenersatz für jene Schadenspositionen zugesprochen, die hinreichend begründet und belegt waren (Aufräum- und Reinigungsarbeiten, Glastüren die ersetzt werden mussten und weitere).

Das macht insgesamt rund 10 000 Franken (7000 Mobiliar und 3000 SZ). Bei den restlichen Schadenpositionen wurde auf den Zivilweg verwiesen. Die Verfahrenskosten von rund 8000 Franken werden je zur Hälfte dem Staat und den Verurteilten auferlegt. Wobei Simon A. den grössten Teil übernehmen muss. (SBI)

*Namen von der Redaktion geändert

Meistgesehen

Artboard 1