Solothurn
Online herrscht bereits Wahlkampf: Wie die Kandidaten fürs Stadtpräsidium auf sich aufmerksam machen

Podiumsveranstaltungen sowie potenzielle Wählende auf der Strasse ansprechen, ist aufgrund von Corona im Moment nicht möglich. Um dennoch auf sich aufmerksam zu machen, setzen die beiden Kandidatinnen und der Kandidat auf das Solothurner Stadtpräsidium derzeit stärker auf den Onlinewahlkampf.

Fabio Vonarburg
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Laura Gantenbein, Kandidatin Grüne
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Markus Schüpbach, Kandidat FDP
Stefanie Ingold, Kandidatin SP

Laura Gantenbein, Kandidatin Grüne

Hanspeter Bärtschi

Der klassische Wahlkampf lebt von zwischenmenschlichen Kontakten. Sei es bei einer grossen Podiumsveranstaltung oder beim Ansprechen der potenziellen Wählenden auf der Strasse. Ersteres ist derzeit wegen der Coronapandemie nicht möglich, Letzteres durch die geltenden Massnahmen, wie Abstand halten, zumindest erschwert.

Um dennoch auf sich aufmerksam zu machen, setzen die beiden Kandidatinnen und der Kandidat auf das Solothurner Stadtpräsidium derzeit stärker auf den Onlinewahlkampf. Alle drei, sowohl Laura Gantenbein (Grüne), Markus Schüpbach (FDP) wie auch Stefanie Ingold (SP), haben bereits eine Website für die Kampagne lanciert und wollen nun in den sozialen Medien Präsenz markieren. Wegen Corona erst recht.

Kandidierende sind auf Facebook präsent

«Als klar war, dass noch für längere Zeit strenge Massnahmen gelten werden, haben wir den Auftritt in den digitalen Medien forciert», sagt Stefanie Ingold. «Es ist das, was man angesichts der Umstände derzeit machen kann.» Unter anderem haben die SP-Kandidatin und ihr Wahlkampfteam eine Podcastreihe lanciert, in der Ingold sich alle 14 Tage zu einem bestimmten Thema äussert.

Künftig will sie auch noch auf Videos setzen, die ab Ende Februar über die sozialen Medien Instagram und Facebook geteilt werden sollen. Die Anstrengungen würden sich auszahlen, ist die Schulleiterin überzeugt. «Seit mein Webauftritt online ist, werde ich häufiger erkannt, wenn ich durch die Strassen von Solothurn laufe.» Doch hoffe sie, dass sich die Situation bis im Frühjahr etwas entspannt hat, damit der Wahlkampf auch noch im persönlicheren Kontakt mit den Wählerinnen und Wählern stattfinden kann.

Eine Meinung, die von Schüpbach und Gantenbein geteilt wird. Markus Schüpbach, der Kandidat der FDP, etwa hätte gerne eine Art regelmässiger Lauftreff im Vorfeld organisiert. Eine Idee, die er etwas nach hinten verschieben musste. Und so trifft man Markus Schüpbach derzeit häufiger in den sozialen Medien als in der Stadt.

Er ist bereits seit einigen Wochen in den sozialen Medien aktiv und postet regelmässig kurze Videostatements auf Facebook und Instagram, die auf seiner Website in voller Länge zu sehen sind. Klar erreiche er mit den Beiträgen niemals alle Einwohnerinnen und Einwohner, ist sich Schüpbach bewusst. «Da ich noch nicht lange politisch aktiv bin, muss ich meinen Bekanntheitsgrad erhöhen. Dazu sind die digitalen Medien ein gutes Hilfsmittel.»

Doch diese würden vielfach nur in Kombination mit klassischen Wahlkampfmittel funktionieren, führt der derzeitige Direktor der Solothurnischen Gebäudeversicherung aus. So verteilten Schüpbach und seine Unterstützer am vergangenen Wochenende Flyer, die auf seine Website verwiesen.

«Der digitale Wahlkampf ist ein Faktor, der nicht ausser Acht gelassen werden darf», sagt Laura Gantenbein, Kandidatin der Grünen, die ebenfalls noch Videos produzieren wird. «Ob es aber der Entscheidende ist, bezweifle ich», so Gantenbein. Sie sei als Politikerin bereits seit längerem auf den sozialen Medien unterwegs, ergänzt sie. «Die Möglichkeit, mit den Leuten in Kontakt zu kommen, ist beschränkt. Es ist oft eine Einwegkommunikation, und man weiss letztlich nicht wirklich, ob die Botschaft angekommen ist.»

Die heisse Phase für den Wahlkampf um das Stadtpräsidium sei im März und April, so Gantenbein, die hofft, dass bis dahin wieder mehr möglich ist. «Damit Podien mit Publikum durchgeführt werden können und wir auch vermehrt auf der Strasse Präsenz zeigen können.»

Hinweis

Die Webauftritte der drei Kandidierenden:

www.markusschuepbach.ch

www.lauragantenbein.ch

www.stefanie-ingold.ch

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