Märet-Fescht
OK-Präsident: «Das Märet-Fescht drohte aus allen Nähten zu platzen»

Das Solothurner Stadtfest bleibt ein Magnet für das Publikum - Organisatoren zogen eine positive Bilanz ohne Zwischenfälle. Die Besucher strömten in Scharen über die Brücken und durch die Stadttore ans Märet-Fescht.

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Spiessli-braten im Akkord am Stand der Narrenzunft Honolulu.
En Guete!
Bick auf den Klosterplatz
Eine Katze zu Besuch am Märet-Fescht

Felix Gerber

Die Gassen waren gefüllt mit Menschen. Gross und Klein flanierte am Freitag und Samstag in der Solothurner Altstadt. Zur frühen Stunde schoben Mütter ihre Kinderwagen durch die Gassen und kauften ihrem Nachwuchs farbige Luftballons. Ab 22 Uhr verwandelte sich der Märet in das allbekannte Märet-Fescht: Junge und ältere Festbesucherinnen und -besucher standen in Gruppen beisammen, tranken Bier oder anderes und lauschten den Partytunes.

«Das Märet-Fescht hat Tradition», rief Sandro aus Derendingen über die laute Musik hinweg. Zum siebten Mal in Folge wohnte der 24-Jährige dem Stadtfest bei. Sandro war kein Einzelfall - so konnte OK-Präsident Marco Lupi trotz Konkurrenz des Bieler Turnfests auch dieses Jahr eine positive Bilanz ziehen.

Obwohl die Wolkendecke bereits am Freitagabend gefährlich tief über der Barockstadt hing, strömten die Besucher in Scharen über die Brücken und durch die Stadttore ans Märet-Fescht. Konkrete Zahlen konnte der OK-Präsident keine nennen, aber die Stände und Bars seien gut besucht gewesen. So konnte beispielsweise Regula Singh von Srignags bereits zur frühen Stunde am Freitagabend den Stand schliessen, weil alles ausverkauft war.

«Es waren mindestens so viele Besucher wie letztes Jahr», schlussfolgert die Geschäftsinhaberin. Auch die Spiesse der «Honolulu-Spiessbraterei» fanden die beiden Nächte hindurch dankbare Abnehmer, wie Pascal Bosshart erfreut feststellte.

Die Konkurrenz des Eidgenössischen Turnfests sei wenig spürbar gewesen: «Ein paar Besucher haben sicher an einem Abend in Biel gefestet», räumt Lupi ein. Doch es habe trotzdem genügend «Festler» auf den Solothurner Gassen gehabt: «Am Samstagabend drohte das Fest aus allen Nähten zu platzen.»

«Nie zu alt fürs Märet-Fescht»

Das wechselhafte Wetter meldete sich am Freitagabend zu Wort. Doch der kurze Regenschauer konnte die Nachtschwärmer nicht aus der Ruhe bringen. Auf dem Klosterplatz und im Kollegiumshof ging die Party unbehelligt weiter. Es sei ja nur Regen, murmelte ein Besucher in sein Bierglas. Wer schon ein oder zwei Gläser zu viel intus hatte, war nicht undankbar für die Abkühlung.

Eine friedliche Feststimmung durchzog beide Abende, die für einmal von keinen Zwischenfällen gestört wurde, wie der OK-Präsident erfreut vermelden konnte. Entspannt tanzten, sangen und tranken die Solothurnerinnen und Solothurner, bis zum Sonntagmorgen um 2 Uhr die Musik allmählich verklang. Wie jedes Jahr irrten zu dieser späten Stunde noch einzelne verlorene Gestalten umher, wehmütig, dass das Stadtfest nun wieder zu Ende ging. Doch dieses Stück Tradition gibt es alle Jahre wieder. Und wie Sandro aus Derendingen sagte: «Solange man den Kronenstutz irgendwie hochkommt, ist man nie zu alt fürs Märet-Fescht.»