Irgendwie steckt bei der CIS-Führung der Wurm drin. Besonders lange kann oder will nämlich kaum jemand an der Betriebsspitze des Sportzentrums bleiben: Bei den letzten beiden Geschäftsführern hielt das «Sitzleder» kaum länger als ein halbes Jahr. Wie nun nämlich aus gut unterrichteten Quellen bekannt wurde, hat auch der im Januar als Nachfolger von Raphaël Helfrich eingesetzte französische Geschäftsführer Pierre-Benoît Huck in der vergangenen Woche den Hut genommen.

Zur Erinnerung: Helfrich seinerseits hatte nicht länger als ein halbes Jahr beim CIS Solothurn in dieser Funktion gewirkt, bevor man Huck als interimistischen Berater und schliesslich als Geschäftsführer einsetzte. Zu gross sei der Aufwand neben seinem Uni-Abschluss geworden, gab Helfrich damals als Grund für seinen Abgang an.

Von Huck, der für eine Anfrage nicht erreicht werden konnte, sind indes keine Gründe für seine Demission bekannt. Dessen verbliebener Stellvertreter Julian Wyss bestätigt indes auf Anfrage den Weggang und teilt mit, dass Huck private Gründe betreffend seiner Familie in Marokko geltend macht. Gleichzeitig sei bereits ein neuer Geschäftsführer in den Startlöchern, wie Wyss bestätigt: «Da der Vertrag aber noch nicht unterzeichnet ist, kann auch noch kein Name bekannt gegeben werden.»

Lange Mängelliste

Doch auch der designierte neue Geschäftsführer wird den gleichen Problemen im baulich maroden Sportzentrum gegenüberstehen wie schon seine Vorgänger. In der jüngeren Vergangenheit wurde der Sanierungsbedarf der Anlage immer deutlicher  – anhand unzureichender Dämmung, Wassereintritten, mangelhaften Sanitäranlagen und einem Hallenboden, der Bedenken punkto Sicherheit weckte.

Auch wenn man stets durch punktuelle Reparaturen und Erneuerungen auf die Kritik vonseiten der Nutzer – hauptsächlich die Solothurner Vereine sowie das Lehrlingsturnen der Berufsschüler – reagierte, hat sich der auf eine einstellige Millionensumme bezifferte Sanierungsbedarf nur unwesentlich dezimiert.

Immerhin: Ein positives Zeugnis wird dem demissionierten Geschäftsführer Huck ausgestellt: «Er hat sich stets um unsere Anliegen bemüht», sagt Alain Blaser vom TV Solothurn Handball. So wurde beispielsweise in der vergangenen Woche ein Teil des Hallenbodens repariert. «Und wir führen laufend neue Reparaturen durch», sagt Wyss. Dennoch scheint den bisherigen Geschäftsführern ansonsten der operative Handlungsspielraum zu fehlen.

Konkursverfahren im Gang

Was ohne Umwege zum zweiten bekannten Problem führt: Die CIS Solothurn AG hat kein Geld – und die Muttergesellschaft Dinett Holding AG befindet sich im Konkursverfahren. Eines, das zurzeit nur deshalb blockiert ist, weil die Berner Behörden Strafanzeige gegen einzelne Dinett-Verantwortliche eingeleitet haben.

Die Aktien der Dinett-Tochter CIS Solothurn AG ihrerseits befinden sich in der Konkursmasse. Mehr noch: Nach Auskünften von Urs F. Meyer, Leiter des Rechts- und Personaldienstes der Stadt Solothurn, hat die Bank AEK Thun als CIS-Gläubigerin ein Begehren auf Pfandverwertung eingereicht, das nun eingeleitet wurde. Damit ist der Weg zu einer Zwangsversteigerung der Liegenschaft vorgezeichnet. Wyss bestätigt, dass nun auch zum CIS Sportzentrum ein Konkursverfahren läuft.

Bei der Stadt, deren Vereine das CIS nutzen, steht seit einiger Zeit ein Notfallplan, falls der Betrieb eingestellt werden sollte. Meyer: «Politisch wurde ein Kredit für eine Übergangslösung gesprochen, sollte es Knall auf Fall zur Betriebseinstellung kommen.» Und für die turnenden Lehrlinge dürfte sich die Problematik angesichts der schulfreien Sommerwochen zumindest mittelfristig nicht aufdrängen.