HESO-Sonderschau

Ohne diese 50 Berufe würde kein Weissenstein-Gondeli fahren

Was ist an beruflichem Können und an Fertigkeiten nötig, damit ein Betrieb wie die Seilbahn Weissenstein überhaupt ins Rollen kommt? Diese Frage stand am Ausgangspunkt der HESO-Sonderschau «Dein Beruf – Dein Erfolg. Mit der Berufslehre hoch hinaus.»

Initiiert wurde die Leistungsschau des dualen Bildungssystems vom kantonal-solothurnischen Gewerbeverband KGV, zu jenem Zeitpunkt, als die Eröffnung der Gondelbahn vor der Türe stand. Und die Ausstellung beantwortet die Einstiegsfrage gleich selbst – anhand eines Fächers an rund 50 Berufen und ihren Fachrichtungen, die ganzheitlich in die Planung, in den Bau und in den Betrieb der Anlage involviert waren und sind.

Dazu zählen Zeichner, die die Pläne verfassen, Lastwagenfahrer, die für die Anlieferung der Baumaterialen zuständig sind, Maurer, Spengler und Innendekorateure, sowie Elektroinstallateure und Netzelektriker, Lackierer, die den Gondeln ihr Blau verpassen, bis hin zu den Informatikern.

«Alle diese Berufe stehen in einem engeren Zusammenhang mit einem solchen Projekt», erläutert Andreas Gasche KGV-Geschäftsführer und Projektleiter der Sonderschau. Und mit dem Drucktechnologen und dem Automechaniker werden auch indirekte Verknüpfungen zum Gondeli gemacht. «Eine Bergbahn benötigt auch Werbematerialien. Und ihre Passagiere reisen oft mit dem Auto an», so Gasche weiter.

Das Gondeli im Zentrum

Die Sonderschau, die sich auf 430 Quadratmetern ausbreitet, erhielt ihre optische Aufmachung durch die visuelle Gestalterin Liliane Herzog. Zentraler Blickfang der Halle ist ein zur Verfügung gestelltes blaues Gondeli der Seilbahn Weissenstein, gesäumt von so genannten «Hörduschen».

Über eine Geschichte aus dem Umfeld des Gondelis wird man an die einzelnen Berufsbilder herangeführt. Diese sind ihrerseits in begehbaren Berufsboxen untergebracht, wo in Texten sowie multimedial die einzelnen Berufe dargestellt werden. Jede dieser Boxen enthält jeweils auch das Porträt eines Menschen, der in diesem Beruf Fuss gefasst hat und von dort aus die Karriereleiter weiter erklimmen konnte.

«Wir wollen das Image der Berufsbildung stärken und aufzeigen, dass diese Ausbildungen keine Sackgassen sind», sagt Andreas Gasche. Mit der Devise «Kein Abschluss ohne Anschluss» wird zudem auf einen grossen bedruckten Teppich verwiesen, der die möglichen Aus- und Weiterbildungswege skizziert – auch den Einstieg in die universitäre Laufbahn über Berufsmatur und Passerelle.

Zahlreiche Schulkassen sind für einen Besuch der Sonderschau angemeldet, damit der theoretische Berufskundeunterricht so mit praktischer Anschauung angereichert werden kann. Gasche spricht von rund 1000 Schülern.

Doch längst nicht nur an angehende Lehrlinge ist die Sonderschau in Halle 9 adressiert: «Sie richtet sich vor allem nachmittags an Interessierte der Berufsbildung und an Eltern und andere Verwandte, die einen Einfluss auf die angehenden Lehrlinge haben können», sagt Gasche. Oft nämlich werde die Kanti als bester Weg zur Karriere empfohlen, während man die grossen Chancen einer Berufslehre ausblende.

Viel Eigenleistung des KGV

Organisiert resp. mitgetragen wird die Ausstellung von der Solothurner Handelskammer, dem Kanton Solothurn, der Herbstmessse Solothurn, mehreren Berufsverbänden und Firmen, sowie Aus- und Weiterbildungsinstitutionen. Realisiert wurde die Sonderschau mit einem Kostendach 220 000 Franken. «Nicht eingerechnet sind damit die zahlreichen Stunden, die beim KGV als Eigenleistung im Büro zustande gekommen sind», sagt Gasche nach einem anstrengenden organisatorischen Endspurt.

Anlässlich der Vorab-Vernissage, zu der Vertreter mitwirkender Institutionen eingeladen waren, würdigte Bildungsdirektor Remo Ankli in einer Grussbotschaft die Signale, die von der Ausstellung ausgehen. «Die Sonderschau zeigt auf, welche spannende Karrieren möglich sind», befand Ankli und unterstrich auch die Bedeutung der Berufsbildung für die Volkswirtschaft und für den Kanton.

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