Herbetswil
Ohne die Bevölkerung funktioniert es nicht

Das Projekt «Treffpunkt» ist planerisch auf gutem Weg. Was noch fehlt, ist eine Genossenschaft, die das Vorhaben trägt. Noch dieses Jahr ist deshalb die Gründung einer Genossenschaft vorgesehen.

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So sieht der Architekt das neue Gebäude mit dem Laden bzw. «Treffpunkt» im Parterre.

So sieht der Architekt das neue Gebäude mit dem Laden bzw. «Treffpunkt» im Parterre.

Zur Verfügung gestellt

Der Gemeinderat hat vier Architekten zu einem Konzeptvorschlag eingeladen, nachdem die Stimmbürger im Dezember 2013 dem Kauf der Liegenschaft an der Kirchstrasse 7 zugestimmt hatten.

Drei Unternehmen zeigten auf, wie die 16 Aren grosse Parzelle genutzt werden könnte. Die Liegenschaft sollte sich gut ins Ortsbild einfügen, über ein Ladenlokal mit Verweilecke und über familientaugliche Wohnungen verfügen.

Das Projekt der Sidler Architektur GmbH aus Balsthal hat die Jury, bestehend aus Gemeinderat, einem externen Experten sowie einem Vertreter des Heimatschutzes, überzeugt. Conrad Sidler erläuterte an der Gemeindeversammlung, dass für die seit vielen Jahren unbewohnte Liegenschaft nur noch ein Abbruch infrage kommt. Der Ökonomie- und Wohnteil wird dem alten Gebäude typologisch- sowie materialmässig nachgebildet.

Das Ladenlokal liegt vorne. Sidler stellt sich vor, dass unter dem gedeckten Sitzplatz auch ein Wochenmarkt oder andere Veranstaltungen stattfinden könnten. Im Weiteren sind acht grosszügige Wohnungen mit dreieinhalb bzw. viereinhalb Zimmern vorgesehen, samt einer Autoeinstellhalle. Erste grobe Kostenschätzungen zeigen für die erste Etappe rund 3,2 Mio., für die zweite 1,6 Mio. Franken Investitionsbedarf auf.

Der Gemeinderat hat sich intensiv mit dem Thema Dorfentwicklung beschäftigt und verschiedene «Dorfladenstrukturen» besichtigt, wobei der Mini-Volg-Laden in Lommiswil den Bedürfnissen von Herbetswil am nächsten kam.

Der Laden kam ebenfalls erst aufgrund der Initiative eines Vereins zustande. Gemeindepräsident Stefan Müller berichtete, Volg habe eine Partnerschaft bereits zugesichert. Allerdings betreibt die Firma Läden in eigener Regie nur in Gemeinden mit mindestens 500 Haushaltungen, deshalb muss in Herbetswil eine eigene Trägerschaft aufgebaut werden.

Genossenschaft heuer gründen

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass sich ein Dorfladen in Herbetswil nur behaupten kann, wenn die Bevölkerung aktiv mitwirkt. Es drängt sich demnach eine Genossenschaft auf, welche eine gute Geschäftsführung mit dem Tagesgeschäft beauftragt.

Noch dieses Jahr ist gemäss dem Gemeindepräsidenten die Gründung einer Genossenschaft vorgesehen. Der Gemeinderat könne zwar die notwendigen Voraussetzungen schaffen, aber ohne ein klares Bekenntnis der Bevölkerung könne kein Dorfladen kostendeckend betrieben werden.

Die Versammlung nahm die Aussagen durchaus mit Verständnis und Wohlwollen entgegen. Nach der Klärung der Finanzierung soll 2015 das Detailprojekt erstellt und der Baukredit beantragt werden. Mit einer Eröffnung dürfte im Frühling 2017 gerechnet werden. (ghh)