Solothurn

«Öufi Summer»: Der Stadtgarten auf dem Dornacherplatz wird am Freitag eröffnet

«Öufi Summer» heisst das neue Projekt auf dem Dornacherplatz, der so zum neuen Begegnungsort werden soll.

«Wir machen hier eine Gartenterrasse», erklärt Co-Initiator Thomas Eberle. Er steht mit Evelyne Schoffe, Martin Tschumi und Michael Künzli auf dem Dornacherplatz. Der Fünfte im Bunde, Silvan Müller, stellt im Atelier die Plakate fertig.

Innerhalb von wenigen Tagen wurde aus dem einst grauen Platz ein kleiner Stadtgarten verwandelt. Aus Töpfen wachsen einheimische Pflanzen aller Art. Mitten auf dem Platz steht eine Bar, am Rand sind weiter Holzkonstruktionen zu sehen. Die Aufbauarbeiten sind noch nicht ganz fertig.

Eine Wohlfühl-Oase auf dem einst grauen Platz

Das Projekt wurde im Schnellzugstempo gestaltet. Erst vor fünf Wochen entstand die Idee, diesen Platz für diesen Sommer neu zu gestalten. «Wegen Corona wurden viele Veranstaltungen abgesagt und die Sommerferien fallen bei vielen ins Wasser. Mit dem ‹Öufi Summer› möchten wir einen Begegnungsort schaffen, an dem man sich treffen und gemütlich etwas trinken kann, wo die Kinder spielen können und man sich wohlfühlt», so Eberle. Der Zürcher kennt die Stadt Solothurn gut, da er hier die Bike Days organisiert.

Evelyne Schoffe und Martin Tschumi konnte er schnell für das Projekt gewinnen. «Mir war der Platz schon immer ein Dorn im Auge», erklärt Tschumi. Er und seine Frau haben daher mit ihrer Firma so Slow GmbH den Pavillon, der auf dem Platz steht, schon letztes Jahr gepachtet (siehe unten). Gerne haben sie sich dem Projekt angeschlossen und in kürzester Zeit wurde ein Konzept bei der Stadt eingegeben.

«Wir müssen dieses Jahr sehr flexibel sein»

«Wir gestalten den Öufi Summer Schritt für Schritt und passen laufend an, wenn etwas nicht funktioniert», so Eberle. Denn dieses Jahr einen Ort zu gestalten, wo viele Leute zusammenkommen, bleibt schwierig: Ein Schutzkonzept muss verfasst und umgesetzt werden, gleichzeitig kann nicht abgeschätzt werden, wie sich die Infektionszahlen entwickeln.

«Wir müssen dieses Jahr sehr flexibel sein», so Eberle. Das Schutzkonzept umzusetzen, sei aber kein Problem: Die Fläche ist genügend gross, um die Abstandsregeln zu gewährleisten. Aufgrund der aktuellen Situation ist der Platz eingezäunt und am Eingang muss man seine Kontaktdaten abgeben und sich Ein- und Auschecken, der Eintritt ist frei. «Wir denken, es ist auch gut, dass so der Landhausquai ein wenig entlastet wird», meint Tschumi. Denn es sei heute besonders wichtig, dass sich nicht zu viele Menschen auf einen Ort konzentrieren. Der Öufi Summer auf dem Dornacherplatz kann so entlastend wirken.

Barbetrieb, Food-Trucks und Livemusik

Ab Freitag gibt es Barbetrieb, Food-Trucks und Livemusik auf dem Dornacherplatz. «Wir wollen hier eine Plattform bieten, wo man sich trifft und wo Ideen entstehen», erklärt Eberle. Workshops und Themenwochen werden die Ideen bündeln. Dabei sei das Thema Nachhaltigkeit zentral. «Dieser Ort wird von uns möglichst ressourcenschonend und liebevoll gestalten.» Hier nur ein Festzelt aufzuspannen, sei daher nie in Frage gekommen.

Vorerst kommen zwei Food-Trucks auf den Platz. Einer mit vietnamesischen, der andere mit anatolischen Speisen. In Zukunft werden die lokalen Restaurants die Möglichkeit erhalten, die Küche im Pavillon zu nutzen. «Unser Ziel ist es, die lokalen und regionalen Betriebe einzubinden», sagt Tschumi. So stammt auch der Wein vom Weinhändler in der Vorstadt und das Öufi Bier wird ausgeschenkt.

Auch nächstes Jahr soll etwas auf diesem Platz entstehen

Der Öufi Summer wird finanziell von den Bareinnahmen leben. In dieser kurzen Zeit Sponsoren einzuspannen, war nicht möglich, doch was nicht ist, könne noch werden. «Die Leute, die beim Aufbau helfen, sind aber bezahlt», sagt Eberle. Die Eventbranche ist von der Pandemie stark betroffen. Deshalb sei es ihnen wichtig, diese Leute zu unterstützen. «Auch die Leute, die Food-Trucks betreiben, haben ein sehr schlechtes Jahr», so Eberle. Keine Food-Festivals finden statt und weil viele zu Hause und nicht im Büro gearbeitet haben, seien viele Einnahmen weggebrochen.

Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit soll das Projekt nicht ein einmaliger Event sein. Auch nächstes Jahr soll wieder ein Begegnungsort entstehen. «Wir sind immer offen für neue Ideen. Denn dieser Platz muss von den Solothurnerinnen und Solothurnern gestaltet werden», sagt Eberle.

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Autorin

Judith Frei

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