Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn

«Öufi»-Brauerei erhält Annerkennungspreis

Anerkennungspreis für die Bierkultur AG. V.l.: SGSo-Präsident Tobias Jakob, SGSo-Geschäftsführerin Caroline Jäggi, Preisträger Alex Künzle sowie Diana Schor-Hayoz und Jean-Marc Bürgi vom Preissponsor Baloise Bank SoBa.

Anerkennungspreis für die Bierkultur AG. V.l.: SGSo-Präsident Tobias Jakob, SGSo-Geschäftsführerin Caroline Jäggi, Preisträger Alex Künzle sowie Diana Schor-Hayoz und Jean-Marc Bürgi vom Preissponsor Baloise Bank SoBa.

An der Generalversammlung erhielt die «Öufi»-Brauerei den Anerkennungspreis der Stadt- und Gewerbevereinigung. Der Verein blickte auch auf das vergangene Vereinsjahr zurück.

«Helft einander, spannt zusammen, vergebt einander Aufträge, tauscht Ideen aus. Und kauft in der Stadt ein, so wie ihr es auch von Kunden wünscht.» Der Aufruf, mit dem Präsident Tobias Jakob die Generalversammlung der Stadt- und Gewerbevereinigung Solothurn (SGSo) eröffnete, scheint aktueller denn je. «Während schwieriger Zeiten, in denen beispielsweise der Detailhandel mit Geschäftsschliessungen und Umsatzrückgängen zu kämpfen hat, müssen wir noch mehr zusammenarbeiten.» Zusammenarbeit, wie sie sich die SGSo selbst auf die Fahne schreibt und wie sie im Mitgliederzuwachs zu erkennen ist: 20 neuen Gewerbebetreibende zählt die SGSo, vermeldete Jakob.

Gesunde Finanzen

Zufriedenstellend waren auch die Finanzkennzahlen, die Vizepräsident Markus Boss präsentierte. Die Erfolgsrechnung 2016 schliesst bei Aufwendungen von 263 000 Franken und Erträgen von 271 000 Franken mit einem Reingewinn von gut 8000 Franken ab. Ausgabenseitig fielen 75 000 Franken allein für die Weihnachtsbeleuchtung ins Gewicht, sowie rund 18 000 Franken für die neu gestaltete Homepage der SGSo, deren Vorzüge Geschäftsführerin Caroline Jäggi präsentierte. Erfreut zeigte sich Boss über den Gewinnanteil, der der Vereinigung jeweils aus den Erlösen des Märetfeschts zusteht – heuer fast 6800 Franken: «So viel haben wir noch nie bekommen.»

Für 2017 budgetiert der SGSo ausgabenseitig mit 229 000 und einnahmenseitig mit 232 000 Franken. Mit Blick auf die Bilanz vermeldete Boss ein Rückgang an Liquidität. Dies liege daran, dass weniger offene Geschenkgutscheine im Umlauf seien. «Allerdings behalten wir die Situation detailliert im Auge», so Boss. Würde das Modell der SO-Gutscheine aus nicht absehbaren Gründen einmal abgeschafft, liesse sich das Manko, das gegenwärtig bei circa 800 000 Franken liegt, durch den Verkauf der Rythalle-Aktien beheben. Sämtliche der anwesenden 72 Mitgliederstimmen genehmigten Rechnung und Voranschlag und befürworteten auch die gleichbleibenden Mitgliederbeiträge.

Es war dies das letzte Mal, dass Markus Boss, ebenso CEO der Regiobank, die Zahlen präsentierte. Tourismusdirektor und Vorstandsmitglied Jürgen Hofer würdigte das jahrelange Schaffen des Vizepräsidenten, insbesondere bei der Sanierung punkto SO-Gutscheine. Zur Erinnerung: 2011 wurde der Gewinn aus nicht eingelösten Geschenkgutscheinen zu hoch budgetiert, was letztlich zu einer Unterdeckung der Bilanz geführt hatte. Indem der Aktienwert der Rythalle AG angehoben wurde, konnte damals die Bilanz saniert werden.

«Eigentlich wollte ich vorher aufhören», sagte Boss rückblickend. «Doch diese ‹Knacknuss› hat mich beschäftigt. Ich wollte Transparenz schaffen und die SGSo wieder auf gesunde Beine stellen.» Die Nachfolge von Boss übernimmt ebenfalls jemand aus dem Bankfach: Peter Kurz, der bereits im Vorstand tätig ist, arbeitet bei der CS. Neu in den Vorstand gewählt wurde zudem Fredi Zimmermann von Kitschundko – als Vertretung des Detailhandels.

Pro Sonntagsverkauf im Herbst

In einer Konsultativabstimmung fühlte der Vorstand seinen Mitgliedern den Puls: «Für viele war der Frühlings-Sonntagsverkauf längst nicht mehr zufriedenstellend», sagte Jakob einleitend. Dies hat auch zur Folge, dass immer weniger Geschäfte bei der Aktion mitmachen. Zur Diskussion stand deshalb, die finanziellen Mittel für die Werbung ganz zugunsten des Sonntagsverkaufs im Herbst aufzuwenden. Bei zwei Gegenstimmen gaben die anwesenden Mitglieder dem Vorstand für diese Idee den Segen. Wie Jakob mitteilte, werde der Frühlingstermin aber weiterhin empfohlen und kommuniziert.

Zu Ehren kam am Mittwochabend auch die Bierkultur AG, besser bekannt als «Öufi»-Brauerei von Alex Künzle. Den Anerkennungspreis von 5000 Franken erhält Künzle insbesondere für die jährliche Durchführung der Solothurner Biertage. «Es ist schön, für diese Region etwas zu bewirken, und in ihr leben zu dürfen», bedankte sich der Preisträger mit wenigen Worten.

Für die Wirtschaft in die Politik

In derselben kritischen Tonalität, mit der die Generalversammlung begann, wurde sie auch abgerundet: Grussworte überbrachte Marianne Meister als Präsidentin des kantonalen Gewerbeverbands. Auch sie appellierte an die Zusammenarbeit und warnte vor «Geisterstädten mit verklebten Schaufenstern», wie man sie in Frankreich sehe. «Wie es dem Detailhandel geht, interessiert erst, wenn er nicht mehr da ist.»

Den Abschluss machte Stadtpräsident Kurt Fluri, der einen kritischen Blick auf Einkaufstourismus, auf Zalando, Amazon und Co. warf und davor warnte, aus einem Negativtrend eine Negativspirale werden zu lassen. In den Fokus rückte er die Pläne von Manor, sein Lebensmittelsegment in die Altstadt zu bringen, ebenso auch die baldige Eröffnung von «La Couronne». Demgegenüber übte Fluri aber auch Kritik am Poststellenabbau, der sich insbesondere in städtischen Gebieten nicht rechtfertigen lasse. Mit einem Appell, sich doch politisch für die Anliegen der Wirtschaft einzusetzen, schloss Fluri ab – und erinnerte: «Bis Montag kann man sich noch als Kandidat für die Gemeinderatswahlen registrieren...»

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