Traditionsgemäss versammelte sich der UNO-Vorstand in den ehrwürdigen Hallen der Weststadtzunft zum grossen Spektakel. Gleich zu Beginn hatte Ober-Ober André Suntinger den anwesenden Narren eine äusserst positive Neuigkeit zu überbringen: Nicht weniger als 21 Vorschläge für das Plakat und die Plakette der Fasnacht 2019 zum Motto «öppe so» waren bei ihm eingegangen. Alle Eingaben waren von sehr guter Qualität. «Heute haben wir die Qual der Wahl» sagte Suntinger zur Eröffnung der Jurierung.

Sieben Sujets im Final

Die 14 stimmberechtigten Juroren setzten sich zusammen aus dem UNO-Vorstand und den Oberen der Stammzünfte sowie den Ehren-Ober-Obern. Der Ober-Ober selber enthielt sich wie üblich der Stimme, da er die Namen der Künstler kannte. Das Abstimmungsprozedere sah zwei Wahlgänge vor. Im ersten wurden 14 Sujets ausgeschieden, sieben schafften den Finaleinzug. Aus ihnen durften die Juroren in einer zweiten Sichtung schliesslich den Sieger wählen. Der Jury waren die Namen der Künstler nicht bekannt.

Das kritische Auge

Beim Jurieren zählen für die UNO die Originalität der Werke, aber auch deren Umsetzbarkeit. Punkte mussten an alle Eingaben vergeben werden. Die Skala reichte von einem bis 21 Punkte in der ersten und von einem bis sieben in der finalen Runde. Abgestimmt wurde jeweils schriftlich und anonym.

Vor dem Finale erläuterte UNO-Plakettennarr Toni Armbrust den Anwesenden, ob und wie die Plaketten umsetzbar sind. Die Künstler hatten sich heuer sehr genau an die Vorgaben der UNO gehalten. Armbrust konnte erfreut feststellen, dass alle Eingaben realisierbar sind. Gerade bei besonders geschwungenen Formen oder zu kleinen Schriftzügen müssen die Künstler, sollten sie gewählt werden, zum Teil nachbessern. Ansonsten kann die Maschine später die Formen nicht stanzen.

Da die Haupteinnahmequelle der UNO der Erlös aus dem Plakettenverkauf ist, richten die Vorstandsmitglieder beim Auswählen des Plakat- und Plakettenentwurfs vor der zweiten Jurierungsrunde jeweils noch einen speziellen Blick auf die Realisierbarkeit der Plakette.

Die Fasnacht wird eingepasst

Nach etwa einer Stunde stand der Sieger fest. Zum Siegersujet wurde «Doppelmeter» von Yannick Steiner aus Derendingen erkoren. Er setzte sich mit 94 Punkten klar durch. Geschlagen geben musste sich mit 62 Punkten der Sieger von 2016, Chris Elvis Leisi aus Langendorf. Auf den dritten Platz schaffte es mit 56 Punkten Rosario Bertoli aus Solothurn. Auch er ein fleissiger Teilnehmer am Wettbewerb und früherer Sieger.

Zweimal ausgestellt

Das Siegersujet zeigt gemäss dem Motto, wie Turm und Narren in den Rahmen eingepasst werden – «öppe so» muss es gehen. Ausgemessen wird das Ganze mit zwei Massstäben.

Alle Entwürfe werden während des Märetfestes am 22. und 23. Juni in der Infothek ausgestellt. Auch am Risottoessen der Weschtstadt-Zunft am ersten Septemberwochenende können Interessierte die Entwürfe begutachten.