Solothurn

Öffentliche Plätze der Stadt in der Kritik: Viel Asphalt als der gemeinsame Nenner

Die Umnutzung des Postplatzes lanciert eine alte Debatte aufs Neue: Fehlen auf den öffentlichen Plätzen der Stadt Solothurn die Grünflächen?

Parkierende Autos gehören auf dem Postplatz der Vergangenheit an. Letzte Woche sind die Baumaschinen vom Platz verschwunden und am Wochenende konnten sich Solothurnerinnen und Solothurner erstmals auf dem Platz beschäftigen oder einfach nur relaxen. Kinder machten Seifenblasen, Jugendliche spielten am Abend das Kartenspiel UNO. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Eva Gauch vom Alten Spital, das für die Zwischennutzung auf dem Platz verantwortlich ist. «Viele freuen sich, dass so etwas in der Stadt möglich ist», berichtet Gauch weiter. Vereinzelt hätte es auch geheissen, dass der Platz grüner oder ganz verkehrsfrei sein sollte, doch noch sei es zu früh, um eine Tendenz auszumachen.

Auch in den sozialen Medien ist der Postplatz derzeit ein viel diskutiertes Thema. Von «Asphaltwüste» war dabei die Rede, jemand anders meinte ironisch, er sei so schön wie der Dornacherplatz. Es muss aber gesagt werden, dass sich viele der Kritiker zu wenig bewusst sind, dass es sich hierbei um eine Zwischennutzung handelt, die erstens noch in Entwicklung ist und für die zweitens das finale Konzept erst noch in Bearbeitung ist. Dies, weil der Gemeinderat das erste vorliegende Projekt vor einigen Wochen ablehnte.

Diskussion dreht sich um mehrere Plätze in der Stadt

Fakt ist aber, viele Solothurnerinnen und Solothurner sind der Meinung, dass die öffentlichen Plätze in der Stadt Solothurn zu wenig grün sind. Die Rede ist etwa vom Dornacherplatz, dem Kreuzackerplatz oder auch dem Amthausplatz. Eine Diskussion, die in Solothurn immer wieder aufkommt. So hiess es etwa 2012 in einem Leserbrief: «Wenn man sich daran erinnert, wie schön der ‹alte› Amthausplatz war, können einem die Tränen kommen. Den hätte man ruhig so belassen können.» Auch der neue Präsident der SVP Stadt Solothurn, Stephan Späti, denkt wehmütig an die Bilder vom alten Amthausplatz (siehe Bilder) und wünscht ihn sich zurück. «Heute ist der Amthausplatz mit dem Gitter und dem Beton eine trostlose Fläche», sagt Späti, der sich für ganz Solothurn mehr Grünflächen wünscht. Etwa auch auf dem Dornacherplatz. Asphaltflächen würden eine grosse Hitze generieren. «Eine Begrünung würde guttun», ist Stephan Späti überzeugt.

«Es ist sicher so, dass die Plätze in Solothurn grüner sein könnten», sagt Thomas Kaegi von den Grünen, der in erster Linie an ein paar zusätzliche Bäume denkt, die Schatten spenden. Erst kürzlich konnte die Stadt dank der Ortsbürgergemeinde auf dem Dornacherplatz einige weitere Bäume pflanzen. Nebst den bereits benannten Plätzen nimmt Kaegi auch den Klosterplatz ins Visier. Dieser sei schlicht «zugepflastert». Er unterstützt den Vorstoss der SP im Gemeinderat, den Platz von Parkplätzen zu befreien.

Plätze müssen sich auch für Veranstaltungen eignen

Eine andere Sichtweise hat Pascal Walter, Präsident der CVP Stadt Solothurn. Die öffentlichen Plätze der Stadt sind für ihn gelungen, respektive ein guter Kompromiss. Denn Walter gibt zu bedenken, dass die öffentlichen Plätze der Stadt nicht nur für die Freizeitgestaltung der Solothurnerinnen und Solothurner dienen, sondern auch als Veranstaltungsort, der für die Veranstalter praktisch zu nutzen sein muss. Wie etwa der Dornacherplatz. «Öufi Summer ist ein gutes Beispiel.», sagt er. «Zudem bietet Solothurn mit der Aare viel Natur.»

Einig sind sich die Politiker in Bezug auf den Postplatz. Alle drei Politiker betonen, dass es sich um eine Übergangslösung handelt, deren Mittel begrenzt sind. Man sei gespannt, wie der Platz dereinst aussehen wird.

Verwandtes Thema:

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

Meistgesehen

Artboard 1