Blaulicht, Motorengedröhne und Feuerwehrleute in voller Uniform, zum Teil mit Atemschutz ausgerüstet. Ein Grossereignis in Feldbrunnen? Ja, aber nicht direkte Schadenbekämpfung, sondern Hauptübung 2014 der Stützpunktfeuerwehr Solothurn. «Die Feuerwehr bezweckt die unverzügliche und geordnete Hilfeleistung inner- und ausserhalb des Stadtgebietes bei Bränden, Explosionen, Hochwasser, Erdbeben, anderen Elementarereignissen, Katastrophen, Unglücksfällen und dergleichen.

Zudem ist sie Schadendienst-Stützpunkt der Region Solothurn gemäss Gesetz über die Schaffung einer Ölwehr im Kanton Solothurn vom 6. Oktober 1968 …» So heisst es im Zweckartikel des einschlägigen Reglements vom Juni 1997. Nachdem die Stützpunktfeuerwehr Solothurn auch für das Gebiet der Gemeinde Feldbrunnen zuständig ist (der Zusammenschluss erfolgte 1998), lag es für Kommandant Martin Allemann nahe, nach 2009 die Hauptübung wieder einmal dorthin zu legen und der Bevölkerung einige der Kernkompetenzen zu demonstrieren.

Vielfalt der Einsätze

Das ganze Ausmass der Feuerwehraufgaben ist den meisten Menschen nicht ständig präsent. Deshalb gehört zu einer öffentlichen Hauptübung auch immer eine Fahrzeug- und Ausrüstungsschau: Was ist da nicht alles in und auf Tanklösch- oder Chemiewehrfahrzeugen vorhanden! Dabei wird augenscheinlich, welch technische Ansprüche an die 80 Angehörigen der Feuerwehr (AdF) gestellt werden.

Begonnen hat die Übung in Feldbrunnen mit der Demonstration einer Personenrettung nach einem Autounfall. Ein gutes Auge und viel Erfahrung braucht es zur Sicherung von Unfallfahrzeugen, nicht dass durch Rettungsmassnahmen Verunfallte noch weiter geschädigt oder eingesetzte AdF verletzt werden. Hydraulische und pneumatische Werkzeuge helfen den Rettern bei ihren Aufgaben, wenn es darum geht, einen vorhandenen Riss zu erweitern oder ein Fahrzeug aufzuschneiden, damit die Unfallopfer in längstens einer Viertelstunde geborgen werden können. Der Umgang mit Schere und Spreizer will allerdings gelernt sein und verlangt einiges an Kraft.

Choreografische Wasserspiele

Auch der Einsatz unter Atemschutz stellt an die körperliche und geistige Kondition der AdF hohe Anforderungen. Das zeigte der zweite Übungsposten, der geschickt in zwei Teile gegliedert war. Den realen Teil bildeten die Angehörigen eines Atemschutzzuges mit ihren Gerätschaften, der virtuelle Teil lief über drei Videos auf einer Leinwand, welche die Einsatzbedingungen im Innern eines Brandobjektes zeigten.

Was wäre eine öffentliche Hauptübung der Feuerwehr ohne Einsatz von Wasser? Zur Freude des zahlreichen Publikums wurden auch diesmal «Wasserspiele» aus sieben Strahlrohren veranstaltet – wie immer beeindruckend, auf wie viel verschiedene Arten man Wasser verteilen kann. Allerdings geht es der Feuerwehr in der Regel darum, das Nass gezielt und in möglichst kleiner bzw. richtiger Menge einzusetzen und nicht einfach darum, das Brandobjekt zu ersäufen.

Feldbrunnens Gemeindepräsidentin Anita Panzer und Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri dankten den Angehörigen von Feuerwehr und Polizei für ihren Einsatz und freuten sich im Hinblick auf genügend Nachwuchs, dass viele Kinder unter den interessierten Zuschauern waren.