Solothurn
Ochsner Sport kommt nicht: Hauseigentümer wollen jetzt einen «seriösen Umbau»

Das Solothurner Sportfachgeschäft Universal Sport wird nun doch nicht durch Ochsner Sport weitergeführt. Die Hauseigentümer haben die Verhandlungen abgebrochen. Sie nehmen sich Zeit für ein «seriöses Umbauprogramm».

Wolfgang Wagmann
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Noch knapp zwei Wochen gibts im Universal Sport Prozente, dann schlägt dem langjährigen Sportfachgeschäft die Stunde null.

Noch knapp zwei Wochen gibts im Universal Sport Prozente, dann schlägt dem langjährigen Sportfachgeschäft die Stunde null.

Wolfgang Wagmann

Solothurn wird höchstwahrscheinlich nie mehr ein Sportfachgeschäft in der Altstadt haben: Ende Oktober muss die konkursite Universal Sport AG ihr Geschäftslokal an der Hauptgasse räumen. Und Verhandlungen der Hauseigentümer mit der Dosenbach-Ochsner Sport AG über eine Nachfolgelösung sind gescheitert. «Wir haben die Verhandlungen abgebrochen», bestätigt Carlos Vidal den Sachverhalt.

Vidal hat mit seiner Gesellschaft Home 4 you AG, an der hälftig auch der Solothurner Architekt Michael Sattler beteiligt ist, erst im August das Geschäftshaus von der früheren Besitzerfamilie Marbach erworben.

Umso schockierender dann für Vidal und Sattler wenige Wochen später die Meldung über den anstehenden Konkurs der Universal Sport AG. Diese hatte das traditionsreiche Fachgeschäft Sport Marbach 2004 der Besitzerfamilie abgekauft und seither erfolgreich betrieben. «Der Mietvertrag wäre noch ein Jahr gelaufen», so Vidal, «jetzt konnten wir den Vertrag mit der Universal Sport AG per Ende Monat auflösen, sodass wir frei sind für weitere Pläne.»

Der Umbau erfordert Zeit

Carlos Vidal verhehlt nicht, dass man durch die Dosenbach-Ochsner Sport AG etwas unter Termindruck geraten war - so wollten die künftigen neuen Mieter selbst umbauen und offenbar gabs auch keine Garantien, dass statt weiterhin eines Sportfachgeschäfts nicht ein Dosenbach-Schuhladen an die Stelle von Universal Sport treten würde. Eine Stellungnahme dazu war übrigens am Freitag von der Dosenbach-Ochsner Sport AG auf Anfrage nicht zu erhalten.

Für Carlos Vidal steht aber fest: «Die Liegenschaft erfordert ohnehin einen grösseren Umbau - die Heizung und das Elektrische müssen ersetzt werden. Das braucht jedoch erfahrungsgemäss in der Altstadt Zeit.

Zumal die Altstadtkommission bei der gewünschten Umgestaltung der Fassade einbezogen werden muss.» Und diese Zeit für ein «seriöses Umbauprogramm» möchten sich die Eigentümer nehmen können. «Ohne Spielregeln machen wir keine neuen Mietverträge.»

Eine komplexe Situation

Über künftige Mieter macht sich Vidal eher weniger Sorgen: «Wir hatten schon etliche interessante Anfragen.» Und auch nicht ganz ausgeschlossen sei, dass man mit der Dosenbach-Ochsner Sport AG nochmals ins Gespräch komme. Wie schon Sport Marbach hatte auch Universal Sport das ganze Haus an der Hauptgasse 34 bis auf ein paar leerstehende Räume beansprucht. Dazu aber auch Lager- und Verkaufsräume in der Nachbarliegenschaft von Urs Jeger, dem stadtbekannten «Cherzejeger», und bei einer weiteren Nachbarin gemietet. Jegers erst kürzlich umgebautes Haus wiederum wird vom früheren Marbach-Haus aus beheizt.

Eine komplexe Situation, typisch für viele verzahnte Altstadtliegenschaften in Solothurn. Und mit ein Grund, warum Carlos Vidal und die Home 4 you AG keinen «Schnellschuss» riskieren wollten.

Die bittere Konsequenz

Endzeit-Stimmung herrscht inzwischen bei Universal Sport selbst, wo Interims-Geschäftsführer Daniel Fink den Totalausverkauf leitet. Er wurde vor zwei Monaten von Lyss für die bereits weggezogene Geschäftsführerin nach Solothurn beordert, und sucht nun selbst einen neuen Job. Genauso wie die sechs Angestellten mit unterschiedlichen Pensen. «Für die drei Lernenden wurden dagegen schon Lösungen gefunden», weiss Fink, der bei dieser Gelegenheit die aktuell enormen Probleme des Sportfachhandels anspricht - beispielsweise die extreme Preisschlacht auch übers Internet.

Besser als in Solothurn siehts dagegen für die Universal-Sport-Filiale Outlet Sport in Zuchwil aus, die der frühere Solothurner Universal-Geschäftsleiter Markus Hurni in Eigenregie weiterführen will (wir berichteten).

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