Solothurn

Obach-Bewohnerin unterliegt im Kampf gegen den «leisen Lärm»

Die Belüftung auf dem Dach der Obach-Klinik störte Petra Märchy.

Die Belüftung auf dem Dach der Obach-Klinik störte Petra Märchy.

Petra Märchy aus Solothurn setzt sich gegen zwei Lärmquellen zur Wehr. Im Fall der Obach-Klinik hat das Verwaltungsgericht gegen sie entschieden.

Tiefes Brummen ist für Petra Märchy schwer ertragbar. Doch an ihrem Wohnort, im Obachquartier, hat sie gleich zwei Quellen ausgemacht, die sie in ihrer Lebensqualität einschränken. Einerseits ein Rückkühler für die Server einer Sunrise-Antenne, anderseits die Kühlanlage und die Belüftung auf dem Dach der Obach-Klinik. Gegen beide Lärmquellen ging sie juristisch vor.

Zuerst erhob sie gegen die nachträglichen Baugesuche Einsprache beim Stadtbauamt, als diese abgelehnt wurden, erhob sie auch Einsprache vor dem kantonalen Bau- und Justizdepartement. Nachdem dies in beiden Fällen erfolglos blieb, zog Märchy weiter an das Verwaltungsgericht. Während das Verfahren in Bezug auf den Rückkühler der Sunrise-Antenne noch hängig ist, liegt im Fall der Kühlanlage auf dem Dach der Obach-Klinik nun das Urteil des Verwaltungsgerichts vor.

Baubewilligung sei zu Recht erteilt worden

Dieses weist die Klage von Petra Märchy zurück und beruft sich im Urteil auf die Beurteilung des Amts für Umwelt des Kantons Solothurn. Mit der im Sommer vorgenommenen Messung durch das Amt für Umwelt sei erwiesen, «dass der Ersatz der Kältemaschine lärmschutzrechtlich die Voraussetzungen im Sinne des Umweltschutzgesetzes und der Lärmschutzverordnung erfülle», schreibt das Gericht im Urteil. Der massgebende Grenzwert von 45 dBA sei nachts klar eingehalten.

«Für das Verwaltungsgericht besteht kein Anlass, die Beurteilung der kantonalen Fachstelle in Zweifel zu ziehen, zumal die Beschwerdeführerin die Richtigkeit der Kontrollmessungen nicht bestreitet.» Die Baubewilligung sei zu Recht von der Stadt Solothurn erteilt worden, so das Gericht, das gegen Ende des Urteils noch festhält: «Ergänzend ist anzufügen, dass mit grosser Wahrscheinlichkeit die von der Beschwerdeführerin angeführten nächtlichen tieffrequenten Störgeräusche nicht von ausserhalb, sondern von innerhalb der Liegenschaft der Beschwerdeführerin stammen.»

Unzufrieden mit dem Urteil

Für die abschliessende Bemerkung des Gerichts hat Petra Märchy, die ein Wohnatelier für gesunden Schlaf betreibt, kein Verständnis. «Wie ich den ganzen Aufwand und die Kosten auf mich nehmen würde, wenn ich dies nicht vorher abgeklärt hätte», sagt Märchy, die auch sonst mit dem Urteil unzufrieden ist. «Ich hätte mir gewünscht, dass das Verwaltungsgericht mein Anliegen ernster nimmt.» Trotz der Niederlage, Märchy wird den Fall nicht weiter an das Bundesgericht ziehen, wie sie sagt.

Dies weil die Obach-Klinik ihr entgegengekommen ist, von sich aus Massnahmen ergriffen hat und sich die Situation für Märchy zumindest in der Nacht stark verbessert hat. «Jetzt kann ich wieder gut schlafen», sagt Petra Märchy, die betont, dass sie den juristischen Weg nicht nur für ihr persönliches Anliegen ergriffen hat. Sie will eine grössere Akzeptanz und Gehör von Seiten der Behörden für das Problem des niederfrequenten Schalls erreichen.

Autor

Fabio Vonarburg

Fabio Vonarburg

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