Solothurn

Nur wenn ein Künstler aussteigt, gibts Platz für einen neuen

Zehn Kunstschaffende aus der Region zeigen als Künstlergruppe Landhaus in der Säulenhalle ihre Werke. Das Spektrum ist breit und reicht von naturalistischen Gemälden bis zur abstrakten Malerei.

Die Stimmung an der Vernissage ist wie jedes Jahr ausgezeichnet. Die ausstellenden Künstler, erwartungsvoll oder teils etwas nervös, fiebern der Reaktion der zahlreich erschienenen Gäste entgegen. Das Experimentieren mit Technik und Farbe ist für viele zur Leidenschaft geworden.

Ueli Troesch, der die Werkschau seit vielen Jahren organisiert und selbst ausstellt, weist darauf hin, dass von den zehn bildenden Künstlern (darunter bloss zwei Männer), fünf das erste Mal dabei sind. «Nur wenn ein Platz frei wird, erhalten die Künstler eine Chance, in die Gruppe aufgenommen zu werden», erklärt der Organisator die Regel.

Von Anfang an war die Säulenhalle der ideale Ort für die Gruppe, die sich im Laufe der Jahre immer wieder gewandelt hat. Nur bei der Ausleuchtung macht Troesch Einschränkungen: «Die Bilder kämen bei direkterem Licht besser zur Geltung, das aber würde unsere finanziellen Mittel sprengen.» Mit 50 Jahren habe sie festgestellt, dass in ihr etwas schlummere, das sie bisher noch nicht entdeckt hatte, sagt Ramona Meier aus Solothurn.

Die herzliche und Lebensfreude ausstrahlende Kunstschaffende ist wenige Minuten nach der Ausstellungseröffnung von zahlreichen Vernissage-Gästen umringt. Ihre grossformatigen und farbenfrohen Aquarelle sind Ausdruck einer unbändigen Schaffenskraft. «Ich bin gerne in der Natur», bemerkt sie und umarmt eine Bewunderin. Fällt es ihr nicht schwer, ihre wunderschönen Werke zu verkaufen? Sie lacht. «Ich habe gelernt loszulassen.» Erlernt hat sie das Handwerk in einem Künstleratelier, wie viele andere Ausstellerinnen.

Vom Hobby zur Leidenschaft

Zum Beispiel Bertie Marti (Bellach), die sich auf ganz andere Weise mit dem klassischen Aquarellstil beschäftigt und das erste Mal an der Ausstellung dabei ist. Ihre poetischen Blumen- und Landschaftsbilder sind Ausdruck von Harmonie und Inspiration. «Wichtig ist, dass man das Wesentliche erfasst», erklärt sie und zeigt mit dem Finger auf zarte Gelbtöne am oberen Bildrand, die sich im unteren Bildteil wiederholen.

Als sich Oli Melly (Solothurn), das sechste Mal im Künstlerkreis vertreten, mit der bildenden Kunst zu beschäftigen begann, suchte sie einen Ausgleich zu ihrem anspruchsvollen Beruf im Sozialwesen. Dabei erinnerte sie sich an ihre Erstausbildung als technische Zeichnerin und begann, verschiedene Seminare und Workshops zu besuchen.

Nach dem ersten Experimentieren mit Farben und Maltechniken ging es Schlag auf Schlag weiter. Was zuerst ein Hobby war wurde bald zur Leidenschaft, die sie nicht mehr losliess. Immer häufiger versuchte sie, ihre Empfindungen in eigenwilligen Bildern zum Ausdruck zu bringen. «Wenn ich heute in mein Atelier gehe lasse ich alles hinter mir und tauche in eine Welt, die nur mir gehört», schildert sie ihre Erfahrungen.

Geöffnet: Bis am 23. April, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag/Sonntag 10 bis 17 Uhr.

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