Dornacherplatz
Nur Ballzauberern geht am Dornacherplatz die Luft nicht aus

Auf dem Dornacherplatz werden Sandkastenfreundschaften geschlossen. Hier ist ein grosser Strand entstanden – nur das Meer fehlt. Jedes Kind träumt davon, und der Beach Soccer Club Solothurn BSCS hat diesen Traum realisiert.

Hans Peter Schläfli
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Micha Rusterholz, Präsident des Beach Soccer Club Solothurn
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Kampf um den Ball
Sangele neben dem Platz
Beachsoccer am Dornacherplatz in Solothurn
Sun, Fun und momentan nichts zu tun
Mit Fussspitzengefühl möglichts nur den Ball treffen
Im Sande deines Angesichts
Ein toller Zweikampf

Micha Rusterholz, Präsident des Beach Soccer Club Solothurn

Hans-Peter Schläfli

Zwölf Teams nahmen gestern Sonntag am Beachsoccer-Stadtturnier teil. «Die Resultate sind Nebensache, der Spass steht im Zentrum», sagte Micha Rusterholz, der als Präsident des Beach Soccer Clubs Solothurn zu den Organisatoren gehört.

Rasch wurde klar: Stehvermögen ist beim Beachsoccer gefragt. Anfänger legen im Sand los wie Feuerwehr – und sind nach zwei Minuten bereits platt. Die Profis gehen ihren Sport gelassen an und legen nur in den entscheidenden Momenten einen kurzen Sprint ein. Denn, wer bei jedem Schritt 15 Zentimeter einsinkt, der teilt seine Kräfte besser gut ein. Dafür sind die Akrobatik-Einlagen umso wichtiger. Flachpässe springen auf dem Sand völlig unberechenbar auf. Wer den Ball jonglierend in der Luft halten kann, hat einen gewaltigen Vorteil.

Der wichtigste Mann steht im Tor

Der wichtigste Mann ist im Beachsoccer der Goalie, und in diesem Ressort war mit Mike McAndrews vom Nationalteam der USA ein Weltklassespieler zu bewundern. Unglaublich, wie er den Ball mit der Brust annahm, drei, vier Schritte jonglierend vorwärtslief, um mit einem Volleyschuss ein Tor zu erzielen. «Ich spiele für den BSC Solothurn, weil wir in Kalifornien zwar herrliche Strände für meinen Sport haben, aber keine rechte Liga», erklärte McAndrews. «Das Niveau der Schweizer Beach Soccer Summer League ist hoch und hier kann ich meinen Sport ausleben.»

Man muss aber kein Profi sein, um Beachsoccer zu lieben. In vielen gemischten Teams standen auch die Frauen ihren Mann. Und dieses Strandgefühl hat einen erwünschten Nebeneffekt: Der Fussball im weichen Sand macht einen knackigen Hintern.

An der Bar ist Stehvermögen gefragt

Stehvermögen war aber nicht nur im Turnier, sondern auch bei den Partys gefragt, wenn die Liegestühle in den Sand gestellt werden und «Hangover» aus den Boxen dröhnt. Micha Rusterholz rechnet damit, dass die grossen Investitionen für die Sandarena dank dem Public Viewing während der Europameisterschaft – trotz teilweise schlechtem Wetter – gedeckt werden konnten. «Beim Halbfinal zwischen Deutschland und Italien waren 1400 Leute hier und wir konnten nicht einmal alle reinlassen.» Schon vor dem Schlusspfiff sei das Bier ausgegangen.

Nächstes Wochenende wird das Strandgefühl zum letzten Mal auf dem Dornacherplatz zu erleben sein. «Obwohl ich total erschöpft bin, hat sich der Aufwand gelohnt», zieht der Egerkinger Micha Rusterholz eine erste Bilanz. «Ich möchte Jumbo Monopoli, Fritz von Burg, Harri Kunz und vor allem den vielen freiwilligen Helfern danken, die das alles erst möglich gemacht haben. Ich denke, wir werden auch im nächsten Jahr wieder Beachsoccer in Solothurn sehen.» Die Idee sei es, bei der CIS Halle oder dann im Sportzentrum Zuchwil eine feste Beachsoccer-Installation einzurichten.