Noch «diese Woche» werde mit dem Umbau begonnen, meinte der damalige Manor-Direktor Jürg Bächli. Das war Mitte Juli 2013. Tatsächlich wurden Vorarbeiten in Angriff genommen, dann kam die Kantons-Archäologie zum Zuge. Ihre Erwartungen auf römische Funde vor allem in Bezug auf die Keramikproduktion in den Anfangsjahren des Vicus Salodurum erfüllten sich. Doch im Herbst 2013 war Ende, und das Grabungsfeld im Manor-Hinterhof blieb jahrelang verlassenes Niemandsland, wo nur noch Unkraut wucherte.

Dabei hatte der Warenhaus-Konzern einen ambitionierten Plan gewälzt: Der Hof sollte – vom Nachbareigentümer Christoph Lengwiler gemietet – ausgehöhlt werden und auf zwei Geschossen zusätzliche Verkaufsfläche mitten im «u»-förmigen Grundriss des Manor-Warenhauses gewonnen werden. Der Stillstand hatte einen Grund: Inzwischen wollte Manor seinen Food-Center nicht mehr in der Schanzmühle weiterbetreiben, sondern ihn im Warenhaus an der Gurzelngasse integrieren. Nach nur eineinhalb Jahren und einer ersten Einspracherunde der Anwohnerschaft gegen vermehrten Anlieferungsverkehr durch die St. Urbangasse folgte die Kapitulation: Im August des letzten Jahres verkündete Manor die Schliessung von Manor Food ohne Altstadt-Ersatz. Diese wird demnächst, nach dem letzten Verkaufstag am 7. April, Tatsache.

Nun geht doch noch etwas

Gestern Vormittag erfolgte nun doch noch der Startschuss zum lange hängigen Hofumbau. Ein riesiger Pneukran hievte von der völlig abgeriegelten St. Urbangasse aus den eigentlichen Baukran in die Weberngasse vor das Restaurant Flora. Ab heute bis im Spätherbst 2018 sollen die Aushubarbeiten im Innenhof und der Rohbau durchgeführt werden. «Im Winter 2018/2019 erfolgen voraussichtlich die Arbeiten am Dach der Innenhofüberbauung und der Innenausbau», teilt Manor mit.

«Ab Anfang 2019 werden die zwei zusätzlichen Flächen von jeweils 200 Quadratmetern im Unter- und Erdgeschoss zur Verfügung stehen. Die genaue Belegung der Flächen wird noch ausgearbeitet», erklärt David Strube, Direktor in Solothurn. Manor habe vor, «das Einkaufserlebnis mit spannenden Welten und neuen Marken und Angeboten noch weiter zu vergrössern, und ist derzeit an der Planung des ganzen Warenhauses.»

Und Strube weiter: «Als ersten Schritt werden wir bald, Mitte April, verbunden mit einer Optimierung der Verkaufsfläche Living, einen Wein-Shop mit Spirituosen im Untergeschoss eröffnen.» Das Sortiment umfasse auf mehr als 100 Quadratmetern ein breites Angebot an regionalen, Schweizer, ausländischen und lokalen Weinen wie auch der «Domaine de Soleure».

Es gibt Unannehmlichkeiten

Für Solothurn ist der Hofumbau ein Tatbeweis für den Standort des Warenhauses in der Altstadt. Dass man an ihm festhalten würde, hatte Manor schon bei der Schliessungs-Ankündigung der Food-Abteilung in der Schanzmühle betont. Diese an sich gute Nachricht bringt allerdings für die Anwohnerschaft einige Unannehmlichkeiten mit sich, speziell natürlich für das Restaurant Flora. So werden in der Weberngasse nebst dem Kran noch Mulden für den erheblichen, anfallenden Hof-Aushub platziert.

Weiter hat Manor die Anwohner der St. Urbangasse schriftlich informiert, dass dort während der Bauphase mit zusätzlichem Verkehr zu rechnen wäre. Die mit den Bauarbeiten beauftragten Bauunternehmen seien dank einer Ausnahmegenehmigung der Stadtpolizei zudem berechtigt, auch während des Nachmittags – sonst gilt die Altstadtsperre ab 11.30 Uhr – in die St. Urbangasse einzufahren. Jedoch müssen die vom Franziskanertor her rückwärts in der Gasse zirkulierenden Lastwagen stets von einer daneben gehenden Person begleitet werden. Der Warnton beim Rückwärtsfahren muss ausgeschaltet sein – und immerhin sollen Firmenfahrzeuge nicht in der St. Urbangasse parkiert werden dürfen.