Solothurn

Notstopp auf Baustelle: Im Kunstmuseum bröckeln die Wände

Grosser Schrecken bei den Arbeiten zum Kulturgüterschutzraum an der Nordseite des Kunstmuseums Solothurn: An mehreren Stellen ist es durch die laufenden Arbeiten zu Risserweiterungen in den Mauern des Kunstmuseums gekommen.

Der Eingriff am Kunstmuseum ist nicht unwesentlich: Für die derzeitige Realisierung des nord- und nordostseitig gelegenen Kulturgüterschutzraums wird ein Teil des Gebäudes untergraben und unterfangen. Diese Stützung der bestehenden Statik ist nötig, um die nördliche Treppenanlage auf das Niveau des Schutzraums erweitern zu können, der teilweise unter dem Kunstmuseum zu liegen kommt.

Allerdings wurde nun ein Notstopp auf der Baustelle nötig: An mehreren Stellen im Kunstmuseum ist es durch die laufenden Bauarbeiten zu erweiterten Schäden gekommen. Augenscheinlich sind es Risse im Treppenhaus, die von der Zwischenebene zwischen Erdgeschoss und erstem Stock über mehrere Meter das Treppenhaus hochsteigen.

Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, bestätigt, dass sich gegenüber dem zu Baubeginn verfassten Rissprotokoll mit dem Neubau des Schutzraums neue Schäden ergeben haben: «Das Gebäude hatte schon vorher Risse, die sich jedoch nun infolge der Bauarbeiten vergrössert haben.» Konkret haben diese Risse bereits seit April dieses Jahres durch Setzungen an Grösse gewonnen. Schon vorgängig bekannt waren zwei grosse Risse im nordostseitigen Saal im ersten Stock (mit Gemälden von Altmeistern).

Senkung von neun Millimetern

In dieser ersten Etappe der Unterfangungen wurden daraufhin unter anderem Messpunkte an den Fassaden festgemacht, um allfällige weitere Absenkungen überwachen und darauf reagieren zu können. «Jetzt, bei der Unterfangung der zweiten Etappe, stellten wir ebenso Setzungen von total neun Millimetern fest», sagt Lenggenhager weiter. Nun wurden die Unterfangungsarbeiten gestoppt.

Von diesem Stopp nicht betroffen sind die nordostseitig laufenden Betonierungsarbeiten: Mit diesen werde termingemäss fortgefahren.
«Die Statik des Gebäudes ist nicht gefährdet», versichert Andrea Lenggenhager weiter, und auch von einer zeitweisen Schliessung des Museumsbetriebs könne zurzeit abgesehen werden. Die Messungen zeigten auch, dass seither keine weiteren Setzungen mehr stattfanden. Bauvorhaben dieser Art werden gerade zur Vermeidung solcher Schäden in Etappen geplant – was auch beim Kunstmuseum der Fall ist.

Aktuell eruieren die Bauingenieure, Geologen und die Spezialisten der Baufirma die genaue Ursache für die Setzungen, bevor mit der dritten Etappe fortgefahren werden kann. «Die Fachleute müssen eruieren, wie die weiteren Unterfangungen und Untergrabungen erfolgen können, damit keine weiteren Bewegungen und somit Rissbildungen entstehen», sagt Andrea Lenggenhager weiter.

Der Bericht des Ingenieurs erwartet sie Mitte Woche, bis Ende nächster Woche sollte auch feststehen, welche Auswirkungen die aktuellen Vorfälle auf die zeitliche Planung sowie das Budget haben werden. Das Bauprojekt befand sich bis dahin im vorgesehenen Zeitrahmen: Der vom Volk für 6,2 Mio. Franken gutgeheissene Kulturgüterschutzraum sollte ursprünglich bis Ende 2015 fertiggebaut sein. Er wird den Schätzen des Kunstmuseums dereinst auf 750 Quadratmetern Grundfläche Stauraum bieten.

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