«Heute ist es wohl zu schön draussen», meint Fabienne Blaser mit einem Blick auf die noch spärlich besetzten Tische. Es ist allerdings erst halb zwölf. Doch eine halbe Stunde später suchen die Gäste freie Stühle oder wenigstens einen Stehplatz, um die feine Steinpilzsuppe mit Champignons-Einlage zu geniessen. Für die 10 Franken gibts auch Nachschlag wenn gewünscht – und diese Offerte wird von einigen Besuchern der «belétage» nur zu gerne wahrgenommen.

«Der Raum hier ist für uns ideal», erklärt auch Claudia Plaz, Institutionsleiterin des Theresiahauses an der Waisenhausstrasse. Die schön renovierten Räumlichkeiten von Marianne und Urs Jeger oberhalb seines Geschäfts an der Hauptgasse enthalten nämlich auch eine Küche. «Zubereitet wird die Suppe im Theresiahaus vom dortigen Küchenteam. Es bestimmt auch, welches Rezept an der Reihe ist. Hier wird sie dann warmgehalten», so Fabienne Blaser.

Kundenkontakt ist wichtig

Sie ist Projektleiterin der «Dienstagsuppe», des Einsatzes von jungen Frauen, die ihre Ausbildung im Theresiahaus absolvieren. «Die Dienstagsuppe ist der praktischer Abschlussevent meiner vierjährigen Ausbildung zur Sozialpädagogin.» Damit will die Projektleiterin jeweils Dienstags vier bis fünf Frauen ein «Lernfeld zur Integration» bieten, sie unter die Leute bringen, damit sie sich an den Umgangund Kontakt mit Kundinnen und Kunden gewöhnen.

Der Einsatz sei freiwillig; nur wenige der 23 Auszubildenden würden beim «Front-Einsatz« nicht mitmachen, weil sie sich überfordert fühlten. Den anderen macht es sichtlich Spass, Suppe zu servieren, auch wenn es nun Bestellungen fast im Sekundentakt hagelt. Gestartet war das Projekt am 10. Januar. «Anfänglich wurden wir fast überrannt – wir hatten bis zu 80 Gäste», erzählen Claudia Plaz und Fabienne Blaser.

Dienstagsuppe gibts noch zweimal am Dienstag, 21. und 28. März, jeweils von 11 bis 14 Uhr in der «belétage» an der Hauptgasse 36.