Solothurn
Noch nie genossen so viele die Camping-Idylle in barockem Umfeld

Die Hochsaison auf dem Campingplatz Lido ist vorüber. Die Platzverantwortliche Silvia Frey bilanziert ein gutes Jahr. Sogar aus der Karibik kamen die Gäste. Nun hofft man weiterhin auf Wetterglück.

Jonas Liniger
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Trautes Heim mit Gartenzaun
10 Bilder
Campingplatz Lido Solothurn
Silvia Frey ist für das Organisatorische zuständig
Campinplatzbesucher müssen auch mal ihre Wäsche machen
Campingidylle auf dem Campingplatz Lido
Auf dem Campingplatz kann man so richtig entspannen
Vom Campingplatz aus mit dem Velo unterwegs
Auf dem Campingplatz findet man genügend Musse, um Kreuzworträtsel zu lösen
Es gibt immer abgeschiedene Stehplätze
Auf dem Campingplatz fallen auch Haushaltarbeiten an

Trautes Heim mit Gartenzaun

Hanspeter Bärtschi

«Wir hatten noch nie einen Sommer mit so vielen Gästen», bilanziert Silvia Frey. Die Platzverantwortliche der TCS Campinganlage Lido blickt auf aktive Wochen zurück. Der Campingplatz sei zu 95 Prozent ausgelastet gewesen, was einer durchschnittlichen Gästezahl von 300 entspricht. Je nach Witterung seien zusätzliche 300 Gäste auf dem Gelände gewesen – Grillplatz und Strand lockten. «Viele der Jungen, die sich auf den Plastikringen die Aare runter treiben lassen, starten bei uns», erklärt Frey.

Stressresistenz ist gefragt

In den Sommermonaten betreuen nebst Silvia Frey sechs Teilzeitangestellte sie Anlage. Denn es gibt Einiges zu tun im Lido. Nebst klassischen administrativen Arbeiten, wie Buchung und Zuweisung von Plätzen, beantworten Frey und Kollegen Gästefragen zu Solothurn und Umgebung, warten die Infrastruktur und helfen mit Pflaster und Salben gegen Schnitte und Wespenstiche. Flexibilität und Stressresistenz sind gefragt.

Im Lädeli neben der Rezeption kaufen sowohl Camper als auch Einheimische aus der Nachbarschaft ein. «Aus der Weststadt kommt viel Laufkundschaft, denn wir haben sonntags geöffnet und ein ansehnliches Sortiment», erklärt sich Frey die Beliebtheit. Nebst Bier aus Solothurn bietet das Lido Glace, Wein, Brot und Honig aus der Umgebung an.

Gäste sogar aus der Karibik ...

«Den typischen Camper gibt es nicht», antwortet Frey gefragt nach Stereotypen. «Will man unterteilen, dann in zwei Kategorien: Gäste mit Campingmobilen, inklusive allen Schnickschnacks oder solche mit Velo und Zelt, Hängematte oder Mätteli.» Zumindest die Herkunft der Gäste lässt keine Spekulationen zu: 90 Prozent stammen aus der Schweiz. Campingplätze in der Schweiz seien teuer und würden von Ausländern meist bloss als Zwischenstation auf dem Weg in die Ferien genutzt.

Die, die trotzdem in Solothurn bleiben, erfreuen sich an den Sprachkenntnissen von Frey: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch beherrsche sie. Wie die nächste Saison aussehe und was sich auf dem Campingplatz ändere, könne sie noch nicht sagen. «Vielleicht haben wir in Zukunft die «Wasserstadt» als Nachbar – falls das Projekt zustande kommt.»

Für die kommenden Wochen ist der Wunsch der Campingplatzchefin aber klar: «Das Wetter soll möglichst lange sonnig bleiben». Und einige neue Gäste erhofft sie sich. Solche wie das junge Paar aus der Karibik, das vor einigen Wochen in Solothurn einen Zwischenhalt auf seiner Weltreise einlegte. Frey begeistert: «Die ersten Gäste aus Puerto Rico. Das war sehr spannend.»