Solothurn

Nilpfi-Betreiber: «Da will uns jemand an den Karren fahren»

Christoph Gerber, Co-Geschäftsführer des «Nilpfi», in besagter Toilette.

Christoph Gerber, Co-Geschäftsführer des «Nilpfi», in besagter Toilette.

Der Indoor-Spielplatz beim Solothurner Hauptbahnhof wurde durch anonyme Flugblätter attackiert: Laut diesen soll ein achtjähriger Bub auf dem WC belästigt worden sein. Die Betreiber gehen von Rufmord aus und reichen Anzeige ein.

Sie haben aufreibende Tage hinter sich - Judith Mattei und Christoph Gerber, die Betreiber des «Nilpfi»-Indoor-Spielplatzes. So ist in Recherswil und Gerlafingen ein Flugblatt aufgetaucht: «Achtung, unser achtjähriger Sohn wurde auf der Toilette des Indoor-Spielplatzes beim Bahnhof Solothurn belästigt».

«Wir haben keine Ahnung, wer das Flugblatt verfasst hat. Feinde haben wir keine», sagt Christoph Gerber auf Anfrage. Nichtsdestotrotz liegt es für ihn auf der Hand: «Es ist einfach mühsam. Da will uns jemand an den Karren fahren», weswegen er nach einer ersten Vorinformierung der Kantonspolizei heute Anzeige gegen Unbekannt wegen Rufmordes einreichen will.

Es ist nicht das erste Flugblatt

Bereits im vergangenen Sommer ist ein Flugblatt mit anderen Vorwürfen aber in der gleichen Darstellung mit gleicher Schrift aufgetaucht: Die «kriminellen Betreiber» des Nilpfis sollen einen siebenstelligen Betrag steuerlich hinterzogen haben. «Das konnten wir dann aber mithilfe des Steueramtes, das für eine Prüfung vorbeischaute, rasch entkräftigen.» Auch damals wurde Anzeige eingereicht.

Bub soll beim Nilpfi in Solothurn belästigt worden sein

Bub soll beim Nilpfi in Solothurn belästigt worden sein

Der Urheber dieses Schreibens aber blieb unentdeckt, auch wenn dieses Blatt damals breiter gestreut worden war: Verwandte und Bekannte der Betreiber und sogar zahlreiche Stammkunden hatten einen Brief mit diesen Vorwürfen erhalten. Und niemand wisse etwas, weshalb Gerber auch auf allfällige Hinweise aus der Bevölkerung hofft.

«Um Sicherheit stets bemüht»

Und für den Fall, dass an den Vorwürfen was dran sein sollte, appelliert er auch an die betroffenen Eltern, denn: «Es wäre unverantwortlich, im Falle eines solchen Übergriffs nicht zur Polizei zu gehen», sagt Gerber weiter. Um die Sicherheit sei man seit der Eröffnung vor acht Jahren stets bemüht. Männer, die alleine reinkommen, werden angesprochen.

Und Überwachungskameras sorgen für eine angemessene Kontrolle. Gerade vor dem Eingang zur Toilette befindet sich eine Kamera, die Aufschlüsse darüber geben könnte, wer wann dort ein- und ausgeht. «Wenn sich die Eltern melden würden, könnte man das auch entsprechend prüfen.»

Es sind dies nicht die einzigen Vorfälle, die die Betreiber in letzter Zeit beschäftigen: Vor drei Wochen wurde bei einem Einbruch viel Münzgeld gestohlen. «Und regelmässig wird mein Auto beschädigt. Allerdings denke ich nicht, dass es sich um die gleiche Urheberschaft handelt, wie bei den Flugblättern.»

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