1. April: Kahle, winterliche Bäume. 30. April: Alles grün, vieles schon verblüht, die Vegetation auf dem Stand Mitte Mai. Der April 2018 gehört wettertechnisch wohl zu bizarrsten dieses Jahrtausends. Nie war ein April nach dem Jahr 2000 so warm gewesen wie dieser: Mit einem Monatsmittel von 13,4 Grad schlug er die beiden ebenfalls viel zu warmen Ausgaben 2007 und 2011 deutlich und lag um fast 4 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Nur an fünf Tagen gabs überhaupt Niederschlag und meist in kaum nennenswerten Mengen. So kam Solothurn auf ganze 11 Liter Regen pro Quadratmeter – knapp 10 Prozent des Langzeit-Durchschnitts – und auch im Wallierhof Riedholz waren es bloss 15,5 Liter.

Pollenstürme und Sommerlaune

Noch lagen an Ostern die Temperaturen im einstelligen Bereich, und am 4. April gabs den noch «regenreichsten» Tag mit einigen Litern Nass. Dann setzte sich die Sonne bis zum 10. durch und sorgte für ein rasches Wachstum in der Natur. Erstmals wurde am 8. April auch die Sommertagsmarke von 25 Grad geknackt.

Eine Abkühlung mit einem Mittags-Graupelschauerchen sorgte kurzfristig für etwas «April-Feeling». Dann war nur Sonne pur angesagt, ab und zu durchsetzt mit einigen harmlosen Wolkenfeldern. Herannahende und sich vor der Region verdünnisierende Störungen äusserten sich vor allem mit starken Westwinden in der letzten Aprilwoche, was besonders für Pollenallergiker sehr lästig wurde.

Harmlos sind die gelben Koniferen-Pollen, die alles mit einer feinen gelben Staubschicht überzogen. Plötzlich blühte auch alles miteinander: Kirsche, Birne und Apfel, jetzt auch schon der Flieder. Nur die Morchel-Mafia musste sich diesmal mit einem äusserst bescheidenen Tribut ihrer Wälder und Auen bescheiden.

Kommt der grosse Regen?

Die aktuelle Abkühlung mit einigen Regentropfen ist nur ein Zwischenspiel. Auf das Wochenende hin baut sich wieder ein Hoch über Mitteleuropa auf und sorgt für Grillwetter pur. Der Hochdruckeinfluss hält sich bis in die nächste Woche hinein mit zunehmender Tendenz zu Abendgewittern. Doch kommt irgendwann noch der ganz grosse Regen, der uns vor einem weiteren Dürresommer bewahrt?

Anzeichen dafür gibt es. Und zwar just auf die Eisheiligen hin, die am 12. Mai beginnen und mit der Kalten Sophie am 15. enden. Trend jetzt: Zwei drei Tage danach sehr nass, fast Frost. Nur vorübergehend. Wir sind gespannt!