Es war ein jahrzehntelanger Kampf um die Solothurner Barockschanzen, ehe der markante Restposten im Nordosten der Altstadt für die Nachwelt erhalten blieb. Doch jetzt fordert der Entscheid seinen Tribut: Die Ecktürmchen werden instand gesetzt, und die Schanzenmauern sollen von allerhand Wurzelwerk, das Risse im Gemäuer verursacht, befreit werden. Doch nicht nur die Natur nagt an der Befestigungsanlage, auch der Mensch selbst setzt ihr zu.

Immer wieder Wasser im Graben

Schon seit einiger Zeit werden die vielen Aktivitäten in und auf der Bastion vor allem von grüner Seite kritisch verfolgt: Classic Openair, HESO und die Bike Days können davon ein Liedlein singen. Zuletzt wurde die mittlere Schanze nicht mehr für HESO-Aktivitäten freigegeben, der Schanzengraben selbst wird jedoch immer noch recht intensiv für diverse Anlässe genutzt.

Die Belastung durch schwere Fahrzeuge führte zu einer Verdichtung des Bodens, sodass auch im trockenen letzten Halbjahr ständig «Glunggen» zu beobachten waren, da das Wasser nicht mehr versickerte. Nun verlegt der Werkhof eine Sickerleitung.

Die Drainage soll sicherstellen, dass der Graben künftig rasch wieder abtrocknet. «Das Ganze läuft für uns über den normalen Unterhalt», hält dazu Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt fest. Damit würden die Veranstalter als Verursacher nicht zur Kasse gebeten.

Der Schanzengraben um die Altstadt enthielt – im Gegensatz zu jenem um die Vorstadt – nie einen Wassergraben. Schon als Befestigungsteil wurde er für Gärten und das Halten von Hirschen genutzt. Im 2. Weltkrieg diente der Graben im Rahmen der «Anbauschlacht» dem Anbau von Gemüse und Kartoffeln.