Stadtbummel Solothurn
Nicht alles ist «fahntastisch»

Reto Sperisen
Reto Sperisen
Merken
Drucken
Teilen
Am siebten Chästag gab es erneut zahlreiche Besucher. Die dazugehörigen Fahnen auf den Brücken gefallen dem Schreiberling weniger.

Am siebten Chästag gab es erneut zahlreiche Besucher. Die dazugehörigen Fahnen auf den Brücken gefallen dem Schreiberling weniger.

Hanspeter Bärtschi

Ein Denkmal hat sich der Erfinder des Solothurner Chästags gesetzt. Dieser Event hat gestern bereits zum siebten Mal stattgefunden und wiederum hat man viel Käse und andere regionale Spezialitäten verzehren können. Den Besuchern scheints gefallen zu haben. Für die siebente Ausgabe hat man sogar noch vor dem Berufsschulhaus Stände aufgebaut. Wenn der Erfolg anhält, wird der Käse nächstes Jahr wohl im ganzen Kreuzackerpark angeboten, bis hinüber zum Rama...äh...H4. Vielleicht wird sogar einmal die Altstadt vom Chäs-Fieber angesteckt? Denkste! Über die Brücke darf der Anlass nicht wachsen, denn man will ja – laut Veranstaltern – «die Solothurner Vorstadt kulturell bereichern».

Der 7. Chästag in Solothurn – Käse, Kühe und viele glückliche Gesichter
27 Bilder
Es gibt viel Käse zum Probieren
Käse schneiden braucht Körpereinsatz
Ausruhen auf Strohballen
Für die Kleinen gibts ein Bähnli
Auf dem Dornacherplatz findet am Nachmittag eine Viehschau statt. Welches ist die Schönste?
Kuhrücken an Kuhrücken
Auf dem Dornacherplatz können Kühe angeschaut und auch gestreichelt werden
Kühe streicheln am Chästag
Das ist die Miss Chästag 2017
Die beiden älteren Kühe werden für ihre Leistungen ausgezeichnet
Schaumelken auf dem Dornacherplatz
Frisch gemolkene Milch zum Probieren

Der 7. Chästag in Solothurn – Käse, Kühe und viele glückliche Gesichter

Hanspeter Bärtschi

Zu denken geben hingegen die zum Chästag gehörenden Fahnen, die zurzeit auf unseren Solothurner Brücken wehen. Diese braunen Tücher sind nicht nur nicht schön, sondern auch schlicht nicht lesbar. Und hat es einmal genug Wind, so dass die Fahnen wehen und die (zu kleine) Schrift lesbar wäre, liest man vom Baseltor her kommend bei Westwind «GATSÄHC». Da fragt man sich doch grundsätzlich, ob wirklich jeder Event in Solothurn sich dies auf die Fahne(n) schreiben muss! Kaum sind die Chästag-Fahnen weg, kommen die HESO-Fahnen und danach die Was-weiss-ich-was-für-Fahnen. Wäre es nicht angebrachter, wieder mal die schönen (grossen!) Solothurner Flaggen zu hissen?

Erst denken, dann lenken – sagt man im Volksmund. Dies gilt momentan vor allem auf der Werkhofstrasse zwischen dem Müllerhof und der Schanzmühle. Da stauen sich seit vielen Tagen zur Stosszeit die Autos. Da braucht man mehr Zeit und noch mehr Nerven. Der kluge Autofahrer denkt sich seinen Teil und umfährt die Werkhofstrasse, beispielsweise über die St.Niklausstrasse – jetzt, wo man dort noch 50 fahren kann. Dass solche Baustellen auf den angekündigten Termin wieder verschwinden, bleibt wohl eher Wunschdenken. Da ist es besser, man ist zu Fuss unterwegs, so wie heute die aktiven Läuferinnen und Läufer am «Quer durch Solothurn». Also warum nicht mal zur Stosszeit per pedes unterwegs sein? Der neue Event hiesse dann eben «Rund um Solothurn». Wobei, ein Event darf es nicht werden, sonst brauchts da auch wieder eigene Fahnen.

Denk mal: Morgen und übermorgen finden die «Europäischen Tage des Denkmals» statt. In Europa und bei uns. Da bietet sich die Gelegenheit, diverse Schauplätze zu besichtigen und sich mit ihnen näher auseinanderzusetzen, zum Beispiel den Aarhof oder die Franziskanerkirche. Man kann sich denken, dass da der Ansturm gross sein wird – auch ohne Fahnen. Voilà.